Im Jahr 2026, in einer Zeit, in der Technologie es uns ermöglicht, in die Tiefen der Geschichte zu blicken, werden antike Artefakte nicht nur zu Gegenständen wissenschaftlichen Interesses, sondern auch zu Zielen illegaler Kommerzialisierung. Doch hinter der Fassade der Exotik verbirgt sich eine ernste Gesundheitsgefahr, vor der moderne Wissenschaftler warnen. Es geht nicht um mystische Flüche, sondern um reale biologische und chemische Risiken, die mit dem Handel menschlicher Überreste verbunden sind.

Wachstum des illegalen Marktes und Digitalisierung des Handels

Laut neuesten Daten verzeichnet der Markt für den Handel mit Teilen alter Leichname, der im halblegalen Bereich operiert, ein erhebliches Wachstum. Dies wird durch soziale Netzwerke, E-Commerce-Plattformen und Online-Auktionen begünstigt, die den Zugang zu seltenen und gefährlichen Waren erleichtern. Die Analyse von 128 Veröffentlichungen auf Plattformen von Meta sowie auf spezialisierten Handelsseiten ergab zahlreiche Fälle des Verkaufs von Überresten, die deutliche Anzeichen biologischen Verfalls aufweisen.

Ein zentrales Problem ist das vollständige Fehlen eines Risikobewusstseins bei den Handelnden. Verkäufer geben in der Regel keine Sicherheitsanweisungen und versenden gefährliche Güter über normale Postdienste. Dies schafft eine Situation, in der Käufer und Logistikmitarbeiter einer Gefahr ausgesetzt sind, ohne jegliche Vorbereitung oder Schutzausrüstung.

Biologische und chemische Gefahren der Überreste

Die Gefahr alter Mumien ist doppelter Natur: chemisch und biologisch. Die über Jahrhunderte angewandten Prozesse der künstlichen oder natürlichen Mumifizierung umfassten oft die Verwendung von Schwermetallen, um den Zerfall des Gewebes zu verlangsamen. Die Konservierungsmittel enthielten Arsen, Quecksilber und Blei, die über Jahrtausende im Gewebe verbleiben können und bei Kontakt eine toxische Gefahr darstellen.

Nicht weniger gefährlich sind schlafende Mikroorganismen, die in den Überresten erhalten bleiben. Bei Transport oder Bewegung von Mumien können Pilzsporen in die Atmosphäre gelangen. Wissenschaftler verweisen auf historische Präzedenzfälle: Genau das Einatmen von Sporen des Pilzes Aspergillus war die Todesursache von 10 von 12 Wissenschaftlern, die in den 1970er Jahren das Grab des Königs Kasimir IV. in Krakau öffneten. Es gibt auch die Theorie, dass eine ähnliche Infektion die Todesursache von Lord Carnarvon nach der Öffnung des Grabes von Tutanchamun im Jahr 1923 gewesen sein könnte.

Gefahr für die Lieferkette

Die Studie zeigte, dass die Gefahr weit über den Kreis der Sammler hinausreicht. Durch die Nutzung von Kurier- und Postdiensten zum Transport mumifizierter Überreste sind Tausende von Menschen in der Logistik gefährdet. Lagerarbeiter, Fahrer, Mitarbeiter von Verkehrsknotenpunkten und Zollbeamte tragen in der Regel keine persönliche Schutzausrüstung beim ersten Kontakt mit solchen Sendungen.

Professorin für menschliche Bioarchäologie an der Universität von Staffordshire, Kirsty Squires, betont, dass Händler die Überreste oft unter häuslichen Bedingungen lagern – zum Beispiel in Wohnräumen – ohne schützende Behälter und Temperaturkontrolle. Dies schafft ideale Bedingungen für die Ausbreitung von Krankheitserregern in der Umgebung.