Ukrainische Nachrichtendienste haben die Vorbereitung einer großangelegten Mobilisierungskampagne in der Russischen Föderation festgestellt. Laut dem Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation (ZPD) beim Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine plant die russische Führung im Herbst bis zu 500.000 Personen einzuberufen. Der Leiter der Behörde, Andrei Kowalenko, erklärte, dass diese Maßnahme notwendig sei, um die Verluste an der Ostfront auszugleichen und Reserven für mögliche Offensive-Operationen im Herbst-Winter-Zeitraum aufzubauen.

Strategie der Personalverteilung

Den veröffentlichten Daten zufolge sieht der strategische Plan des russischen Militärbefehls eine Aufteilung des mobilisierten Personals in zwei funktionale Gruppen mit unterschiedlichen Aufgaben und Vorbereitungszeiten vor:

  • Operative Auffrischung: Der erste Teil der Einberufenen soll innerhalb von 14 Tagen nach der Mobilisierung in den Kampfgebiet entsendet werden. Ziel ist es, den Mangel an Personal an der Frontlinie schnell zu beheben.
  • Aufbau von Stoßtruppenverbänden: Der übrige Personalbestand wird auf einen beschleunigten Ausbildungskurs von etwa einem Monat geschickt. Diese Kräfte sollen als Reserve für die potenzielle Eröffnung neuer Frontabschnitte dienen.

Analyse der Ausbildungseffizienz

Militäranalysten der Ukraine stellen fest, dass ein zweiwöchiger Ausbildungszyklus unter den Bedingungen eines modernen Konflikts, der durch den massiven Einsatz von unbemannten Fluggeräten und gelenkten Luftbomben gekennzeichnet ist, keine qualifizierten Kämpfer hervorbringen kann. Dennoch deuten solche Pläne auf die Bereitschaft des russischen Kommandos hin, sich auf langwierige Infanteriekämpfe einzulassen und menschliche Ressourcen als Hauptdruckfaktor einzusetzen.

Infrastruktur und rechtliche Aspekte

Bisher wurden keine offiziellen Rechtsvorschriften über den Start einer neuen Welle der offenen Mobilisierung in Russland veröffentlicht. Das Hauptnachrichtenamt (GUR) des ukrainischen Verteidigungsministeriums berichtet jedoch, dass die technische und organisatorische Aufstellung der Infrastruktur für solche Maßnahmen in Russland bereits abgeschlossen ist.

Experten verbinden den möglichen Übergang von der verdeckten Mobilisierung – über Verträge und den Einsatz von Spezialkontingenten – zu Zwangsmaßnahmen mit der allmählichen Erschöpfung der inneren finanziellen und personellen Ressourcen. Die Prognosen zu Umfang und Zeitplan basieren auf Daten der operativen Aufklärung. Die offiziellen Staatsorgane Russlands haben die Vorbereitung der genannten Maßnahmen bisher nicht kommentiert.