Unter den Bedingungen des andauernden Krieges und der regelmäßigen Angriffe auf ukrainische Städte wird die Frage nach einer wirksamen Gegenmaßnahme gegen russische Beschüsse immer dringlicher. Der Leiter des Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation (ZBD) beim Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat (NSWR), Andrij Kowalenko, hat seine Position dazu geäußert und erklärt, dass die Handlungen des Gegners nur auf eine Weise eingeschränkt werden können: durch die Verstärkung der eigenen Angriffe auf russischem Territorium.
Die Logik der Eskalation als Schutzinstrument
Laut einem Bericht von RBC-Ukraine hat Kowalenko die Gesellschaft aufgefordert, die einfache, aber harte Logik des Geschehens zu verstehen. Nach seiner Meinung sind Stabilität und Intensität der ukrainischen Gegenangriffe der einzige Faktor, der die Aggression eindämmen kann. Der Experte wies auf die Kritik hin, die oft an solchen Maßnahmen geübt wird: das Argument, dass Russland trotz der Gegenmaßnahmen Kiews weiterhin Städte und Unternehmen bombardiert.
Kowalenko schlug vor, sich ehrliche Fragen zu stellen: „Haben sie nicht früher beschossen? Waren es nicht sie, die alles begonnen haben?“. Er betonte, dass die Ukraine ohne aktive Antwort auf eine Situation „auf einer Seite“ gestoßen wäre, die unendlich gedauert hätte. Russland, so der Leiter des ZBD, hätte sich nicht freiwillig zurückgehalten, wenn es auf keinen Widerstand gestoßen wäre.
Das Beispiel des Getreidekorridors
Als Beweis für die Wirksamkeit dieser Strategie führte Kowalenko das Beispiel der Schaffung eines Getreidekorridors an. Er erinnerte daran, dass diese Möglichkeit ausschließlich durch die militärischen Erfolge der Ukraine zur Realität wurde. Dies bestätigt die These, dass diplomatische und humanitäre Erfolge oft eine direkte Folge von militärischem Druck und militärischen Siegen sind.
„Unsere erfolgreichen Aktionen sind der einzige Weg, den russischen Terror zu stoppen“, fasste Kowalenko zusammen. Er warnte davor, dass Ergebnisse nicht immer sofort sichtbar sind, und forderte auf, die Aktionen der ukrainischen Verteidigungskräfte nicht zu kritisieren, ohne die strategische Bedeutung dieser Schritte zu verstehen.
Folgen des nächtlichen Angriffs auf Kiew
Die Aktualität der Worte Kowalenkos wird durch die Ereignisse der letzten Nächte bestätigt. In der Nacht zum 5. August führte die russische Armee einen massiven kombinierten Schlag gegen die Ukraine aus, wobei sie 28 Raketen und 115 Kampfdrohnen einsetzte. Trotz der Arbeit der Luftabwehrkräfte gelang es nicht, die ballistischen Raketen abzufangen.
Der Hauptangriff traf den Gebiet von Kiew. In der Hauptstadt wurden die Folgen des Angriffs in den Stadtteilen Holosijewskyj, Obolonskyj, Desnjanskyj und Swjatoschynskyj registriert. Durch die Beschuss wurden zivile Infrastruktur und Wohnhäuser beschädigt, es brachen Brände in Lagern aus. Besondere Besorgnis erregte ein Ammoniakaustritt im Stadtteil Holosijewskyj, der jedoch schnell behoben werden konnte.
Auch Objekte großer Unternehmen wie „Epizentr“, ROZETKA und „Nova Poshta“ wurden in den betroffenen Bereich einbezogen. Diese Zerstörungen verdeutlichen anschaulich, dass die Bedrohung weiterhin besteht und die Notwendigkeit der Gegenmaßnahmen, von denen Andrij Kowalenko spricht, extrem hoch bleibt.