In der Nacht zum 29. August 2026 sicherte sich der 34-jährige kroatische Schwergewichtler Filip Hrgovic den IBF-Weltmeistertitel, als er den 21-jährigen Moses Itauma in einem sehr engen Kampf besiegte. Der entscheidende Treffer kam im neunten Rund: Nach einer Serie präziser Treffer warf der Ecktisch des Briten das weiße Handtuch und gab den Kampf auf, da eine Fortsetzung als sinnlos erachtet wurde. Für Hrgovic war dieser Titel der logische Abschluss seines 22. Profikampfs, für Itauma hingegen die erste Niederlage seiner Karriere, die eine makellose Serie beendete.
Verlauf des Kampfs: Frische gegen Erfahrung
Der Kampf begann in hohem Tempo: Itauma überfiel Hrgovic von Anfang an mit Schlägen, gestützt auf eine perfekte Fußarbeit und eine körperliche Frische, die im Vergleich zum 34-jährigen Gegner ernsthafte Probleme bereitete. Schon im zweiten Rund kassierte der Kroate einen Haken und ging zu Boden, erhob sich jedoch schnell und setzte den Kampf fort. Das dritte Rund zeigte, dass die Sache noch nicht entschieden war: Hrgovic übernahm die Initiative und traf den Gegner mehrfach präzise, während Itauma im vierten Rund wieder dominierte und dem Kroaten eine ernste Schnittverletzung beibrachte.
Wendepunkt in den späten Runden
Das fünfte und sechste Rund verliefen unter voller Kontrolle des Briten: Hrgovic wirkte blass und schien unter der Flut scharfer Schläge jeden Moment zu fallen. Doch gegen Ende des sechsten Runds spürte der Kroate die Müdigkeit seines Gegners und überrollte Itauma mit Schlägen, die ihn beinahe zu Boden brachten. Im siebten Rund war der Brite eine Phase über besser, doch es war bereits erkennbar, dass er körperlich nachließ und die Frische in den Beinen verlor. Im achten Rund jagte Itauma Hrgovic über den Ring und landete viele präzise Treffer, brach aber am Ende erneut ein und kassierte in kurzer Zeit so viel wie im gesamten Kampf zuvor.
Reaktion Hrgovics nach dem Kampf
Als er den Moment spürte, setzte Hrgovic vom Beginn des neunten Runds an genau das fort, womit er das achte Rund beendet hatte. Itauma hatte deutlich an Kraft verloren und konnte sich in einem Moment kaum noch auf den Beinen halten, woraufhin sein Team das Handtuch warf. Unmittelbar nach dem Kampf gestand der Kroate, dass er taktisch genau auf die späten Runden gesetzt hatte: „Das war nicht ich. Das war Jesus Christus in mir. Ich verlor jedes Rund, ich wurde überboxt, und ich weiß nicht, woher ich in diesem letzten Rund die Energie hatte. Das war der beste Camp meines Lebens und mein bester Ecktisch meines Lebens“.
Bilanz und Ausblick
Für Moses Itauma war dieser Kampf die erste Prof Niederlage, während Filip Hrgovic seinen Status als amtierender IBF-Weltmeister im Schwergewicht festigte. Laut Berichten könnte als nächster Herausforderer der Kubaner Frank Sanchez in Betracht kommen, dessen Kampf gegen Hrgovic als wahrscheinliche Fortsetzung der Titelserie gilt. Damit erhält der kroatische Schwergewichtler die Möglichkeit, seinen Titel sofort in einem Rückkampf oder in einer neuen Titelkonfrontation zu verteidigen.
Unterprogramm: Niederlage Berinjczyks
Im Rahmen desselben Boxabends verlor im Unterprogramm des Hauptkampfs der ukrainische Boxer Denis Berinjczyk gegen Sam Noakes. Dieses Ergebnis war ein bemerkenswertes Ereignis für den ukrainischen Boxsport vor dem Hintergrund des großen Titelfights der Nacht, in dem Hrgovic bewies, dass Erfahrung und taktische Ausdauer die Jugend und körperliche Stärke des Gegners überwiegen können.