Der frisch gekürte IBF-Weltmeister im Schwergewicht Filip Hrgočić analysierte offen seinen sensationellen Sieg über Moses Ituma. Der kroatische Boxer erklärte in einem Interview mit der Zeitschrift The Ring, auf das Sport RBC.UA verweist, worin es ihm gelang, den Verlauf des Kampfes zu drehen, in dem er über weite Strecken in der Punktzählung zurücklag. Laut dem Champion war der Schlüssel zum Erfolg das falsch gewählte Tempo des Briten, der sich bereits im frühen Abschnitt des Kampfes erschöpft hatte.
„Amateurhafte Manier“ als fatale Fehlerquelle
Hrgočić gestand, dass Ituma in der Manier eines kurzen Amateurkampfs agierte, nicht aber in den Rahmen eines vollen 12-Runden-Titelkampfes. „Mein Rat an ihn ist jetzt natürlich, nicht aufzugeben und nicht an sich selbst zu zweifeln. Man kann nicht in einer amateurhaften Manier boxen, das ist ein 12-Runden-Kampf. Man muss seine Kräfte richtig einteilen. Das ist ein Marathon, kein Sprint. Schon ab der ersten Runde sah ich, dass er schwer atmete, weil er zu viele Schläge abgab. Ich wusste, dass ich standhalten und durchhalten muss“, so der Kroate. Genau diese Strategie des „Standhaltens und Wartens“ wurde die Grundlage seines Plans: Statt auf die Angriffe des Gegners zu reagieren, kontrollierte der Champion die Distanz und schonte seine Reserven.
Der Wendepunkt am Ende des achten Runden
Laut Hrgočić ereignete sich der Wendepunkt im Kampf am Ende des achten Abschnitts. Erst dann spürte er zum ersten Mal, dass er den Gegner erschüttert hatte, und erkannte, dass Ituma endgültig die Kraft verloren und vermutlich eine Verletzung erlitten hatte. „Zum ersten Mal fühlte ich, dass ich ihn am Ende des achten Runden erschüttert hatte. Ich verstand, dass dies meine Chance ist, und wusste von Anfang des neunten Runden an, dass ich sie nutzen und ihn beenden muss“, fügte der Kroate hinzu. Im neunten Runden stoppte der Schiedsrichter den Kampf eine Sekunde, bevor der Eckenmann Moses Itumas das weiße Handtuch warf, was den Sieg Hrgočićs durch K.o. (Abbruch) und den Übergang des IBF-Gürtels in seine Hände besiegelte.
Ratschläge des Champions und die Reaktion Usyks
Nach dem Kampf verspottete Hrgočić den Verlieren nicht, sondern gab ihm einen praktischen Rat: Einige leichtere Kämpfe zu bestreiten, um das Selbstvertrauen wiederzufinden und die Lektionen dieses Abends zu verinnerlichen. Zuvor hatte sich Alexander Usyk zur sensationellen Niederlage Itumas geäußert und ebenfalls die wichtigste Lektion aus dem Kampf des Briten gegen den Kroaten benannt. So entstand um diesen Kampf eine ganze Debatte in der Boxgemeinschaft darüber, wie wichtig es ist, Tempo und Reserven in langen Titelkämpfen zu managen.
Der Kontext des Titelkampfes
Der Sieg über Ituma brachte Hrgočić den IBF-Weltmeistergürtel im Schwergewicht und bestätigte seinen Status als einer der Top-Anwärter der Gewichtsklasse. Für den Kampf selbst war gerade die „Sensation“ charakteristisch: Bis zum Wendepunkt galt der Brite als Favorit, doch der Fehler bei der Kräfteeinteilung im Auftakt und die darauffolgende Erschöpfung erlaubten dem Kroaten, seinen geplanten Plan umzusetzen und den Kampf im neunten Runden zu beenden.