Der Internationale Eishockeyverband (IIHF) hat eine offizielle Erklärung veröffentlicht, in der zwei wichtige Entscheidungen zum Status der Nationalmannschaften für die Saison 2026/27 festgehalten wurden. Die belarussische Herren-Nationalmannschaft wird nicht an der Weltmeisterschaft 2027 teilnehmen, und das U20-Jugendteam wird die Weltmeisterschaft verpassen. Gleichzeitig kündigte der Verband an, weitere Schritte hinsichtlich der möglichen Zulassung russischer Mannschaften zu internationalen Wettbewerben vorzubereiten. Dies berichtet Sport RBC.UA unter Berufung auf eine Pressemitteilung der IIHF.

Entscheidung zu Belarus: Berufung in der Sache abgewiesen

Der IIHF-Rat traf die Entscheidung im Einklang mit den Grundsätzen, die auf dem halbjährlichen Kongress des Verbandes im Jahr 2022 verabschiedet wurden. Der Status der belarussischen Mannschaften wurde erneut geprüft, nachdem das Disziplinarorgan der IIHF eine Berufung des belarussischen Eishockeyverbandes gegen den Ratsbeschluss vom 27. Juli 2026 teilweise stattgegeben hatte. Dennoch stellte das Disziplinarorgan fest, dass es keine rechtliche Grundlage für eine sofortige Rückkehr der belarussischen Mannschaften in den Wettbewerb gibt. Bei der endgültigen Entscheidung berücksichtigte der Rat bereits genehmigte Turnierformate, Spielpläne, Ticketverkäufe und die organisatorischen Vorbereitungen. Ergebnis: Die belarussischen Herren- und Juniorenmannschaften werden nicht an den jeweiligen Weltmeisterschaften 2027 teilnehmen.

CAS-Urteil: Russland muss zu fünf Turnieren zugelassen werden

Am 30. Oktober gab der Internationale Sportgerichtshof (CAS) der Berufung des russischen Eishockeyverbandes statt und verpflichtete die IIHF, russische Mannschaften zu fünf Weltmeisterschaften der Saison 2026/27 zuzulassen. Das Schiedsgericht erkannte an, dass der Weltverband keine ausreichenden Beweise für eine Fortsetzung der Suspendierung aus Sicherheitsgründen vorgelegt hatte. Das Gericht legte jedoch keine Bedingungen für einen neutralen Status der russischen Teams fest und prüfte nicht die organisatorischen Auswirkungen ihrer Rückkehr, was diese Fragen dem Ermessen des Verbandes überließ.

Position der IIHF: Dissens bei gleichzeitigem Willen zur Umsetzung

Die IIHF erklärte, sie sei weiterhin nicht mit dem CAS-Urteil einverstanden, bestätigte jedoch ihre Absicht, es umzusetzen. Der Verband prüft mögliche Mechanismen zur Umsetzung des Urteils unter Berücksichtigung der Turniersicherheit, der finanziellen Stabilität der Organisation und der langfristigen Interessen des internationalen Eishockeys. Die IIHF wies zudem auf die Möglichkeit von Verhandlungen mit interessierten nationalen Verbänden hin, insbesondere mit dem russischen Eishockeyverband. Somit ist die Entscheidung zu Belarus endgültig, während die Frage der russischen Mannschaften offen bleibt: Der Verband muss nun das Verfahren zur Umsetzung des CAS-Urteils und die Bedingungen für eine mögliche Teilnahme der russischen Nationalmannschaften an künftigen Turnieren festlegen.

Kontext: Organisatorische Zwänge und externe Faktoren

Beide Entscheidungen wurden vor dem Hintergrund strenger organisatorischer Rahmenbedingungen getroffen: Genehmigte Formate, Zeitpläne und Ticketprogramme verhindern eine kurzfristige Änderung der Teilnehmerliste. Zuvor hatte die ukrainische Seite, vertreten durch einen Funktionär namens Bednyi, über den Widerstand gegen eine Rückkehr Russlands zur Eishockey-WM 2027 berichtet, was auf die anhaltende Politisierung der Zulassungsfrage hindeutet. Für das belarussische Eishockey bedeutet die Entscheidung das Auslassen von zwei Weltmeisterschaften 2027 ohne Aussicht auf sofortige Revision, während sie für Russland eine formale Grundlage für eine Rückkehr bietet, sofern die IIHF spezifische Teilnahmebedingungen mit den nationalen Verbänden aushandelt.