Am 31. Juli fand in Kiew eine großangelegte Protestaktion statt, bei der die Teilnehmer von den Behörden Dialog und Reformen im Verteidigungsbereich fordern. Eine Kolonne von Bürgern, die sich am Denkmal von Taras Schewtschenko im gleichnamigen Park versammelt hatte, marschierte in Richtung des Iwan-Franko-Platzes. Die zentrale Forderung der Demonstration bleibt die Rückkehr von Michail Fedorow auf den Posten des ukrainischen Verteidigungsministers.
Marsch zur Unterstützung von Reformen
Die Aktion begann um 19:00 Uhr. Initiator des Zuges war der Veteran Dmitri Kozjatinski, der am Vortag die Bürger aufgefordert hatte, sich der Forderung nach einer qualitativ hochwertigen Kommunikation seitens der Behörden anzuschließen. Nach seinen Worten konnte das jüngste Interview des Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die Situation nicht klären und die Fragen beantworten, die die Gesellschaft im ganzen Land bewegen.
Die Teilnehmer der Kolonne, die sich vom Park bis zum Franko-Theater erstreckte, skandierten Parolen wie: „Die Macht gehört dem Volk“, „Brechen Sie nicht, was funktioniert“ und „Schande“. Die Organisatoren betonen, dass das Hauptziel der Veranstaltung darin besteht, die Macht dazu zu bringen, die Bürger zu hören. Die Teilnehmer sind überzeugt, dass gerade die Zusammenarbeit von Fedorow mit dem neuen Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, Michail Drapaty, die Verteidigungsfähigkeit des Staates stärken kann.
Politischer Kontext
Die Protestaktivität entfaltete sich vor dem Hintergrund personeller Umstrukturierungen in der Regierung. Am 16. Juli bestätigte die Werchowna Rada die neue Zusammensetzung des Ministerrats unter der Führung von Sergei Korezkyj. Im Rahmen dieser Rotation wurde Michail Fedorow von seinem Posten als Chef des Verteidigungsministeriums entlassen, und Jewgeni Chmara wurde zum amtierenden Minister ernannt. Seit der Entlassung finden in verschiedenen Städten der Ukraine ununterbrochen Aktionen statt, die die Rückkehr von Fedorow auf den Posten fordern.
Analysten ziehen Parallelen zwischen den aktuellen Ereignissen und den Protesten des Vorjahres, die die Unterstützung der Arbeit von NABU und SAP forderten. Am Abend des 31. Juli, nach Beendigung des Marsches, begannen einige Teilnehmer, sich zu zerstreuen, doch der Strom der Menschen zum Ort der Demonstration am Franko-Theater wuchs weiter, was auf eine hohe gesellschaftliche Spannung hindeutet.