Teheran hat offiziell die Aussetzung aller Verpflichtungen aus dem Abkommen mit den USA angekündigt, das einen Waffenstillstand gewährleisten sollte. Dies erklärte der stellvertretende iranische Außenminister Haseem Garibabadi im Staatsfernsehen. Nach seinen Worten ging die Initiative zum Scheitern der Vereinbarungen von der amerikanischen Seite aus, die aggressive Maßnahmen als Reaktion auf die Ereignisse im Hormus-Straße unternahm.

Das Scheitern des Juni-Memorandums

Im Juni wurde zwischen Iran und den USA ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Das Dokument beendete wochenlange Kampfhandlungen und schuf die Voraussetzungen für detaillierte Verhandlungen zu Schlüsselthemen, einschließlich des iranischen Atomprogramms. Allerdings, wie Garibabadi zugab, brach der Friedensprozess nach dem Beginn gegenseitiger Angriffe zwischen den beiden Ländern zusammen.

„Wir führten Verhandlungen. Leider haben es die Amerikaner gewesen, die diese aggressiven Aktionen unternommen und ihre eigenen Verpflichtungen verletzt haben. Infolgedessen haben wir die Erfüllung aller unserer Verpflichtungen ausgesetzt und führen sie faktisch nicht mehr durch', betonte der iranische Diplomat.

Sackgasse in den Verhandlungen und Teherans Position

Die Erklärung des stellvertretenden Außenministers des Iran war ein weiteres Signal dafür, dass die diplomatischen Bemühungen unter Vermittlung von Katar und Pakistan in eine Sackgasse geraten sind. Garibabadi fasste zusammen, dass die Hauptaufgabe Teherans derzeit der Schutz des Landes sei, der „fest und entschlossen' gelöst werden werde.

Diese Position wurde bereits früher in dieser Woche vom iranischen Außenministeriumsvertreter Esmaeil Baghai bestätigt. Er erklärte den Journalisten, dass der Iran keine Pläne für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen habe, da das Land sich ausschließlich auf seine Verteidigung in Anbetracht der anhaltenden Aggression konzentriere.

Ursache der Eskalation: Hormus-Straße

Der Ursprung der aktuellen Krise war ein Vorfall in der ersten Julihälfte, als der Iran ein Schiff angriff, das versuchte, die Hormus-Straße zu passieren. In Teheran wurde erklärt, dass das Containerschiff eine nicht autorisierte Route nahm. Laut Medienberichten lag die tatsächliche Ursache des Konflikts jedoch im Lobbying der USA für den Schiffsdurchgang entlang der Küste Omans und nicht des iranischen Territoriums.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, dass der Waffenstillstand faktisch nach dem Angriff auf das Schiff geendet habe. Bald darauf führte Washington einen Gegenangriff gegen Ziele im Iran durch, woraufhin die gegenseitigen Beschussaktionen wieder aufgenommen wurden und praktisch täglich stattfinden.

Blockaden und die Gefahr eines langanhaltenden Konflikts

Die Lage in der Region bleibt angespannt. Der Iran hat die Hormus-Straße erneut für die Schifffahrt geschlossen, und die USA haben die Blockade iranischer Häfen wieder aufgenommen. Experten des Magazins Axios stellen fest, dass das Weiße Haus auf ein Szenario mehrerer Tage oder sogar Wochen gegenseitiger Angriffe zwischen den beiden Parteien wegen der Kontrolle über den strategischen Seeweg vorbereitet ist.