Die Lage im Nahen Osten hat sich drastisch verändert, nachdem der US-Präsident Donald Trump die Entscheidung traf, die großangelegte Kampagne von Luftangriffen auf den Iran auszusetzen. Die Operation, die 13 Nächte lang andauerte, wurde pausiert, was sich sofort auf die Weltmärkte und die diplomatische Agenda auswirkte.

Gründe für die Pause: Von erschöpften Zielen bis zum Mangel an Munition

Die Entscheidung des Weißen Hauses, die Angriffe einzustellen, erfolgte nach einer detaillierten Bewertung der Lage durch das Militärbefehlsorgan. Laut Quellen von Reuters berichteten die US-Streitkräfte dem Präsidenten, dass die Liste der prioritären Ziele praktisch erschöpft sei. Ein entscheidender Faktor, der eine weitere Eskalation zurückhält, ist jedoch der kritische Mangel an Ressourcen.

Der Vorsitzende des Gemeinsamen Stabschefs, General Dan Cain, warnte die Administration vor der Verringerung der Munitionsvorräte, die für den Betrieb von Luftabwehrsystemen notwendig sind. Wie die Zeitung The Wall Street Journal berichtete, war einer der Hauptgründe für die Absage geplanter Operationen die Erschöpfung der Vorräte an Patriot-Abfangraketen, was eine Fortsetzung des Konflikts für die USA selbst riskant machte.

Der Ölmarkt reagiert sofort

Die Nachricht vom Einfrieren der Kampfhandlungen löste eine heftige Reaktion an den Weltbörsen aus. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent, der in der vergangenen Woche erstmals seit Mai die psychologische Marke von 100 Dollar pro Barrel überschritten hatte, stürzte am Montag um mehr als 8 % ab. Der Preis fiel unter 89 Dollar und signalisierte eine Verringerung der Risiken eines globalen Energiekrisens.

Teheran dementiert Gerüchte über eine Bitte um Verhandlungen

Trotz der Aussagen der amerikanischen Seite über die Bereitschaft, Raum für Diplomatie zu schaffen, bleibt die Haltung des Iran hart. Der offizielle Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, wies die Informationen kategorisch zurück, Teheran habe Washington gebeten, den Verhandlungsprozess wieder aufzunehmen.

„Die Berichte, dass der Iran um Verhandlungen mit den USA gebeten habe, sind erfunden. Das ist nicht in unserer DNA“, erklärte Baghaei. Gleichzeitig betonte er, dass der Iran diplomatische Mechanismen nicht ablehne und die Kontakte zwischen den Parteien über Vermittler fortgesetzt würden. Als Reaktion auf die amerikanische Pause kündigte der Iran ebenfalls das Ende seiner eigenen Angriffe an.

Kampf um die Kontrolle über die Straße von Hormus

Parallel zum militärischen Konflikt verschärfte sich die Situation rund um die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Ölhandel. Die iranischen Behörden erklärten, dass sie die volle Kontrolle über diese Wasserstraße weiterhin aufrechterhalten.

Staatliche Medien des Iran berichteten, dass am Montagmorgen sechs Schiffe versuchten, die Straße ohne Genehmigung Teherans zu passieren. Laut der iranischen Seite wurden diese Schiffe umgekehrt, und eines davon geriet in eine Kollision. Die iranischen Behörden bestehen darauf, dass die Schifffahrt nur auf von ihnen festgelegten Routen stattfinden darf.

Es gibt eine fundamentale Meinungsverschiedenheit in der Auslegung des Memorandums zur Straße: Washington ist der Ansicht, dass das Dokument die Freiheit der Schifffahrt garantiert, während Teheran behauptet, es verankere das Recht des Irans, den Transit zu kontrollieren. Um seine Position zu stärken, beabsichtigt der Iran, ein separates Abkommen mit Oman zu unterzeichnen, das den gegenüberliegenden Ufer der Straße kontrolliert. Die Verhandlungen mit einer hochrangigen omanischen Delegation, die am vergangenen Wochenende in Teheran eingetroffen war, verliefen erfolgreich.