Die geopolitische Landkarte des Nahen Ostens verändert sich rasant. Während zuvor alle Augen auf die Straße von Horms gerichtet waren, signalisiert Teheran nun die Bereitschaft, eine neue Front des Drucks zu eröffnen. Der Iran erwägt die Möglichkeit, die Straße von Bab el-Mandeb zu blockieren – eine strategisch wichtige Wasserstraße, die das Rote Meer mit dem Aden-Golf verbindet.

Um diese Bedrohung zu verwirklichen, stützt sich der Iran auf seine Verbündeten, die jemenitischen Huthis. Analysten sind überzeugt, dass Teheran bestrebt ist, den Konflikt zu erweitern, um den Druck auf die Vereinigten Staaten zu erhöhen. Solche Handlungen stellen eine direkte Bedrohung für den Welthandel und die Stabilität der Energieversorgung außerhalb des Persischen Golfs dar.

Gefahr steigender Ölpreise

Die Straße von Bab el-Mandeb ist eine schmale Wasserstraße, durch die ein erheblicher Teil der weltweiten Schifffahrt und der saudischen Ölexporte verlaufen. Das Risiko einer Schließung dieser Route wird immer realer. Am 13. Juli gab ein jemenitischer Beamter eine beunruhigende Warnung ab: Die Streitkräfte des Landes seien bereit, die Straße zu sperren. Nach seinen Worten würde dies zu einem drastischen Anstieg der Ölpreise auf 200 Dollar pro Barrel führen.

Mohammed al-Farah, Mitglied des Politbüros der Bewegung „Ansar Allah“ (Huthis), erklärte, dass Washington Saudi-Arabien zu Angriffen auf den Jemen anstiftet. Er betonte, dass solche Aktionen niemals im Interesse der USA seien, und warnte zynisch:

„Wenn sich die aktuelle Situation verschärft, werden die Straße von Bab el-Mandeb und die Straße von Horms im Rahmen eines operativen Bündnisses geschlossen.“

Erfahrung im „Ersticken“ des Welthandels

Die Huthis haben bereits die Fähigkeit demonstriert, logistische Ketten zu stören. Nach Beginn des Krieges in Gaza im Oktober 2023 begannen sie, den kommerziellen Schiffsverkehr im Roten Meer systematisch anzugreifen. Ihre Angriffe richteten sich gegen Schiffe, die mit Israel in Verbindung stehen, um die Palästinenser zu unterstützen. Diese Kampagne zwang große Reedereien dazu, Schiffe um Afrika herum zu leiten, was die Logistik erheblich verteuerte.

Experten stellen fest, dass die größte Gefahr in einem „schleichenden Missionsstrom“ liegt – einem langsamen, aber unermüdlichen Anstieg der Einsätze, bei dem jede Seite den Druck erhöht, ohne zu einer direkten Konfrontation zu kommen. Der Konflikt breitet sich vom Persischen Golf bis zum Roten Meer aus und verwandelt zwei der wichtigsten Ölengpässe der Welt in ein bestimmendes Schlachtfeld.

Reaktion der USA und Eskalation

Die Situation wird durch gegenseitige Drohungen verschärft. Wenn Washington die Angriffe auf kritische Infrastruktur des Irans erhöht, könnte Teheran mit Hilfe seiner jemenitischen Verbündeten antworten, indem es die Straße von Bab el-Mandeb schließt. Dies würde den wirtschaftlichen Schock verstärken, der bereits durch die Instabilität in der Straße von Horms ausgelöst wurde.

Vor dem Hintergrund dieser Ereignisse erklärte der US-Präsident Donald Trump, dass er von der Idee abgesehen habe, eine Gebühr von 20 % für die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Horms zu erheben. Stattdessen setzen die USA auf den Abschluss neuer vorteilhafter Abkommen mit den Staaten des Persischen Golfs.

Doch die Realität vor Ort bleibt hart. Der Iran hat bereits zwei Tanker der VAE in der Straße von Horms mit Raketen angegriffen. Bei dem Vorfall kam ein Besatzungsmitglied ums Leben, unter den Verletzten befanden sich zwei ukrainische Staatsbürger. Dies bestätigt, dass die Region am Rande einer ernsthaften Eskalation steht, die die Interessen der ganzen Welt betreffen könnte.