Im Golfraum steigt die Spannung. Das iranische Nachrichtenagentur WANA verbreitete eine Meldung, wonach die weltweit wichtigsten Energieanlagen in arabischen Ländern und Israel innerhalb der Reichweite iranischer Präzisionsraketen liegen. Die Aussagen betreffen Infrastrukturen, die einen erheblichen Teil der weltweiten Energieversorgung sicherstellen.
Saudi-Arabien: Bedrohung für den globalen Export
Im Fokus stehen die Vermögenswerte Saudi-Arabiens, die das Rückgrat der weltweiten Ölindustrie bilden. Insbesondere geht es um das Feld Ghawar – die Basis der Erdölproduktion des Königreichs. Jegliche Störungen in der Arbeit dieses Riesen könnten mehr als 5 % der weltweiten Energieversorgung gefährden.
Zusätzlich könnte das Abqaiq-Komplex unter Beschuss geraten. Dies ist das Herzstück des Exportsystems, das für die Stabilisierung des Rohöls aus den Feldern Ghawar, Khurais und Shaybah vor dem Versand auf die Märkte verantwortlich ist. Abqaiq ist der einzige Transitknotenpunkt mit einer Durchsatzkapazität von mehr als 7 Millionen Barrel pro Tag.
Experten stellen fest, dass eine Beschädigung dieses Objekts nicht nur eine Katastrophe für den saudischen Export, sondern auch für die Binnenwirtschaft wäre. Die Lieferkette für die petrochemische Industrie, inländische Kraftwerke und kritische Meerwasserentsalzungsanlagen würde unterbrochen.
VAE und Katar: Gas- und Ölriesen
Die Risikozone erstreckt sich auch auf die Vereinigten Arabischen Emirate. Auf der Liste der verwundbaren Objekte befinden sich das Ölraffinerie in Ruwais und das Feld Zakum. Letzteres ist das zweitgrößte Offshore-Ölfeld der Welt und exportiert täglich mehr als 1 Million Barrel Rohöl.
Besonderes Augenmerk liegt auf Katar, das über einzigartige Ressourcen verfügt. Das Feld North Dome ist das größte Gasfeld der Welt, auf das rund 25 % aller nachgewiesenen weltweiten Erdgasreserven entfallen. Auch der Hafen Ras Laffan, ein wichtiger globaler Hub für den Export von verflüssigtem Erdgas (LNG), liegt in Reichweite. Durch ihn fließen etwa 20 % des weltweiten LNG-Handelsvolumens.
Kuwait, Bahrain und Israel
Auch Kuwait wurde nicht verschont. Das Feld Burgan, das größte des Landes, verfügt über Reserven, die auf etwa 67 Milliarden Barrel geschätzt werden. Dies ist ein Schlüsselvermögen; würde die Förderung dort eingestellt, würde die Produktion in Kuwait um etwa 2 Millionen Barrel pro Tag sinken.
Am verwundbarsten in Bezug auf die Energiesicherheit gilt Bahrain. Aufgrund der starken Abhängigkeit von eigenen Anlagen, insbesondere der Ölraffinerie Sitra und der Produktionsstätten Al-Maamir, riskiert das Land bei einem Angriff einen vollständigen Zusammenbruch der Energieversorgung.
Auch israelische Vermögenswerte wurden in die Liste potenzieller Ziele aufgenommen. Die Felder Leviathan und Tamar sind das größte bzw. zweitgrößte Gasfeld des Landes. Sie spielen eine Schlüsselrolle bei der Förderung und innerstaatlichen Gasversorgung und sichern die energetische Unabhängigkeit des Staates.