In der israelischen Strafvollzugsbehörde wird eine beispiellose Reform vorbereitet, die das Verständnis der Sicherheit von Insassen möglicherweise für immer verändern wird. Ende 2025 stellte der Minister für nationale Sicherheit Itamar Ben-Gvir einen radikalen Vorschlag vor: Die Umfriedung von Gefängnisgeländen durch Gräben, die mit Nilkrokodilen besiedelt werden. Die Idee, die eine Welle von Diskussionen auslöste, zielt darauf ab, eine unüberwindbare Barriere zu schaffen, die Fluchtversuche physisch verhindert.
Von der Idee zur juristischen Realität
Ursprünglich stieß der Plan auf ein ernsthaftes Hindernis. Die israelische Agentur für Naturschutz und Parks erklärte den Vorschlag für rechtlich unangemessen. Nach geltendem Recht werden Nilkrokodile als Wildtiere eingestuft, deren Haltung ausschließlich in Zoos und spezialisierten Naturschutzgebieten erlaubt ist. Gefängnisse waren in dieser Liste nicht enthalten.
Die Situation änderte sich jedoch Mitte Juli drastisch. Die Umweltministerin Edith Silman, die in enger Abstimmung mit ihrer Regierungskollegin handelte, erklärte die Nilkrokodile zu „streng geschützten Tieren'. Dieser juristische Manöver hob im Wesentlichen das Verbot der Haltung von Reptilien in staatlichen Einrichtungen auf und ebnete den Weg für ihre Unterbringung in Haftanstalten.
Druck auf Beamte und Besuch auf einer Farm
Die Entscheidung über die Änderung des Status der Tiere wurde nicht ohne Druck getroffen. Wie israelische Medien berichten, trafen sich Ben-Gvir und Silman persönlich mit dem Rechtsberater der Abteilung für Umweltschutz und dem Leiter der Agentur für Parks, Raya Soraki. Ziel des Treffens war es, die Behörden von der Notwendigkeit der Umsetzung des Plans zu überzeugen.
Es ist erwähnenswert, dass der Rechtsberater der Behörde Frau Silman vor der fehlenden Befugnis gewarnt hatte, den Status der Tiere einseitig zu ändern und den Boden für ihre Verwendung in Gefängnissen zu bereiten. Dennoch setzte sich der Prozess fort.
Im Januar 2026 erreichte die praktische Umsetzung der Idee ein neues Niveau. Hochrangige Mitarbeiter der Israelischen Gefängnisverwaltung (IPS) besuchten eine Krokodilfarm in Hamat Gader im Norden des Landes. Die Exkursion wurde organisiert, um sich über die Besonderheiten der Haltung von Reptilien zu informieren und ihr Potenzial als Mittel zur Sicherung des Perimeters zu bewerten.
Die Ökonomie der Sicherheit: Warum junge Krokodile gewählt wurden
Laut Quellen reagierte die Israelische Gefängnisverwaltung positiv auf den Vorschlag des Ministers. Als Pilotprojekt wird das Gefängnis Ketziot im Süden des Landes in Betracht gezogen, in dem hauptsächlich palästinensische Häftlinge untergebracht sind.
Experten der Behörde kamen zu dem Schluss, dass für die Umsetzung des Plans nicht unbedingt erwachsene Giganten gekauft werden müssen. Die Kosten für einen erwachsenen Nilkrokodil belaufen sich auf etwa 20.000 Dollar, während junge Exemplare ungefähr 8.000 Dollar kosten. Eine Quelle in der IPS kommentierte die Situation gegenüber der Zeitung Maariv:
„Das ist eine relativ geringe Summe im Vergleich zu Investitionen in die Sicherheit, und die Ergebnisse sind sogar besser“.
Die Behörde ist zuversichtlich, dass die kleineren Krokodile, die nicht weniger gefährlich sind als ihre erwachsenen Artgenossen, in den Bedingungen eines Gefängnishofs gedeihen werden und ein effektives und wirtschaftlich vorteilhaftes Schutzsystem schaffen werden.