Analysten des Instituts für die Erforschung des Krieges (ISW) haben eine erhebliche Änderung in der Taktik der russischen Luftschläge gegen die Ukraine festgestellt. Laut einem am 31. Juli 2026 veröffentlichten Bericht ist die russische Seite vom massiven Einsatz unbemannter Fluggeräte auf den Einsatz von ballistischen Raketen umgestiegen.
Statistik und Änderungen in der Struktur der Angriffe
Laut Experten wurde im Juli 2026 eine Tendenz zur Verringerung der Anzahl der eingesetzten Kampfdrohnen beobachtet. Gleichzeitig hat sich der Einsatz von Raketensystemen fast verdoppelt. Der Höhepunkt dieser taktischen Umstellung war der kombinierte Angriff am 30. Juli.
Während des Angriffs setzten die russischen Streitkräfte 358 Luftangriffsmittel ein. Die Struktur des Angriffs sah wie folgt aus:
- 74 Raketen verschiedener Typen;
- 284 Kampfdrohnen.
Obwohl die Gesamtzahl der Ziele nicht rekordverdächtig war, führte der Angriff zu erheblichen Zerstörungen der zivilen Infrastruktur und Opfern unter der Zivilbevölkerung.
Technische Analyse und Ziele der Strategie
ISW-Experten verbinden den Taktikwechsel mit dem Versuch, das ukrainische Luftabwehrsystem zu umgehen. Das russische Kommando setzt auf ballistische Flugbahnen, die von mobilen Flugabwehrsystemen schwerer abzufangen sind.
Beim Angriff am 30. Juli wurden hochpräzise ballistische Raketen eingesetzt, darunter die Systeme „Iskander-M“, S-400-Raketen (zur Bekämpfung von Bodenzielen) und nordkoreanische KN-23. Analysten stellen fest, dass das Abfangen solcher Ziele, die mit hoher Geschwindigkeit und auf komplexen Flugbahnen fliegen, hauptsächlich mit Patriot-Systemen möglich ist.
Folgen und internationaler Kontext
Trotz der Bemühungen der ukrainischen Luftabwehrkräfte führte der kombinierte Charakter des Angriffs zu Zerstörungen in mehreren Regionen, darunter Lwiw, Odessa und die zentralen Gebiete. Besondere Besorgnis erregte der Vorfall mit der Überschreitung des NATO-Luftraums.
Während des Luftangriffs traf eine der Marschflugkörper X-101 das Gebiet der Woiwodschaft Lublin in Polen. Dieses Ereignis löste internationale Resonanz aus und führte zu dringenden Konsultationen zwischen Warschau, Tallinn und Washington.
Experten weisen darauf hin, dass der Strategiewechsel mit der Zeit politischer Diskussionen über die Lieferung westlicher Militärhilfe zusammenfiel. Angesichts des Mangels an Abwehrraketen für Patriot-Systeme versucht die russische Seite, nach Ansicht der Analysten, den Moment zu nutzen, um der Hinterlandinfrastruktur der Ukraine maximalen Schaden zuzufügen.