Die Zulassungskampagne 2026 in der Ukraine ist mit unerwarteten Ergebnissen abgeschlossen. Obwohl traditionelle geisteswissenschaftliche und managementbezogene Studiengänge weiterhin die höchste Anzahl an eingereichten Anträgen aufweisen, verzeichnet das Bildungsministerium (MON) einen deutlichen Wandel in den Interessen der Jugendlichen. Studienbewerber entscheiden sich zunehmend für Informatik, Cybersicherheit und technische Fachrichtungen.

Laut Nikolai Trofimenko, dem stellvertretenden Bildungsminister, hat dieser Trend strategische Bedeutung. „Dies ist ein wichtiges Signal für Universitäten und den Staat, da es um die Ausbildung von Fachkräften geht, die von der Wirtschaft und dem Wiederaufbau bereits dringend benötigt werden“, betonte der Beamte.

Rekordzahl an Anträgen trotz strenger Obergrenzen

Die Statistik der Zulassungskampagne 2026 zeigt eine gesteigerte Aktivität der Studienbewerber. Obwohl die Regeln verschärft wurden – nun konnte ein Bewerber maximal 10 Anträge einreichen, anstelle der bisherigen 15 – stieg die Gesamtzahl der eingereichten Dokumente im Vergleich zum Vorjahr um 28 %.

Traditionell bleiben Studiengänge in den Bereichen Management, Psychologie und Philologie die beliebtesten. In diesem Jahr ist jedoch ein deutlicher Rückgang beim juristischen Profil zu beobachten: Der Studiengang „Rechtswissenschaften“, der zuvor zu den Spitzenreitern gehörte, verzeichnete eine Abnahme der eingereichten Anträge.

Lwiwer Hochschulen führen die Rangliste an

Auch die geografische Verteilung der Zulassungen im Jahr 2026 weist Besonderheiten auf. Laut dem Ranking des Bildungsministeriums behaupten die Bildungseinrichtungen in Lwiw die absolute Führungsposition. An erster Stelle rangiert die Nationale Universität „Lwiwer Polytechnikum“ mit 59.676 eingegangenen Anträgen. Den zweiten Platz belegte die Nationale Iwan-Franko-Universität Lwiw mit 46.601 Anträgen. Den dritten Platz der Spitzengruppe nimmt die Nationale Taras-Schewtschenko-Universität Kiew ein, die 34.323 Anträge erhielt.

Die endgültigen Ergebnisse der Kampagne werden erst nach Abschluss der Empfehlungsphase und der offiziellen Immatrikulation der Studierenden bekannt gegeben.

Steigende Studiengebühren

Die Beliebtheit gefragter Universitäten wirkt sich direkt auf die Kosten der Ausbildung aus. Die Lwiwer Universitäten, die bei der Anzahl der Bewerber an der Spitze liegen, haben bereits die Kosten für das kontraktgebundene Studium für die Zulassungskohorte 2026 veröffentlicht. Der stärkste Preisanstieg betraf die beliebten Studiengänge in den Bereichen IT, Recht, Wirtschaft und Management.

Auch in Kiew wurde eine Erhöhung der Studiengebühren verzeichnet. Die Nationale Universität „Kiewer Mohyla-Akademie“ hat die Kosten angehoben: Die Preise für die günstigsten Studiengänge beginnen nun bei 50.000 Hrywnja pro Jahr.

Das Bildungsministerium hob besonders die gestiegene Nachfrage nach Studiengängen mit staatlicher Förderung hervor. Genau diese Richtungen sind, so die Ansicht des Ministeriums, von entscheidender Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung und den Wiederaufbau des Landes nach dem Krieg.