Im Mittelmeer wurde eine großangelegte Operation zur Beschlagnahmung eines Öltankers durchgeführt, der mit der russischen „Schattenflotte“ in Verbindung steht. Italienische Streitkräfte im Rahmen der EU-Mission EUNAVFOR MED IRINI stoppten das Schiff MV SOUTH STAR, das des Umgehens von Sanktionen und des Transports russischen Öls verdächtigt wird.

Details der Beschlagnahmung

Die Operation wurde unter Einsatz von Schnellbooten der italienischen Marineinfanterie durchgeführt. Die Soldaten näherten sich dem Schiff schnell und stiegen an Bord, während ein Hubschrauber die Luftunterstützung bereitstellte. Derzeit liegt der Tanker vor der Küste Tunesiens.

Den von der deutschen Zeitung Bild veröffentlichten Informationen zufolge fährt die MV SOUTH STAR unter der Flagge Äquatorialguineas und steht offiziell unter EU-Sanktionen. Das Schiff hat eine lange Geschichte von Flaggenwechseln: In den letzten Jahren wechselte es seine Registrierung von den Marshallinseln nach Guinea-Bissau, Kamerun und schließlich Äquatorialguinea.

Verbindung zum russischen Export

Laut der ukrainischen Militärnachrichtendienste hat der Tanker wiederholt russisches Öl und Erdölprodukte aus den Häfen Noworossijsk und Tuapse transportiert. Quellen zufolge könnte das Schiff Taktiken für verdeckte Fahrten angewendet haben, indem es den Transponder ausschaltete und das Öl auf hoher See auf andere Tanker umlud, um die Herkunft der Ladung zu verschleiern.

Verschärfung der Kontrolle durch die EU

Die Beschlagnahmung des Schiffes erfolgte vor dem Hintergrund von Aussagen über die Erweiterung der Befugnisse europäischer Missionen. Die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, betonte, dass die EU-Marine-Missionen mehr Befugnisse zur Überprüfung verdächtiger Tanker erhalten werden.

„Jeder illegale Transport trägt zur Unterstützung der russischen Kriegsmaschine bei“, erklärte Kallas. In Zukunft wird die Kontrolle über Schiffe der „Schattenflotte“ auch von der EU-Mission EUNAVFOR ATALANTA übernommen.

Steigende Spannungen und die Position Kiiews

Die Ereignisse spielen sich vor dem Hintergrund einer Verschärfung der Lage auf den europäischen Seewegen ab. Anfang der Woche hatte ein russisches Kriegsschiff bereits Manöver mit Munitionseinsatz in der Ärmelkanal durchgeführt.

In diesem Zusammenhang hat sich die Ukraine an die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) gewandt, um den russischen „Schattenflotten“-Flotten offiziell nicht nur als wirtschaftliches Instrument, sondern als potenzielle militärische Bedrohung anzuerkennen. Kiew besteht darauf, dass Schiffe, die Russland dabei helfen, Sanktionen zu umgehen und den Krieg zu finanzieren, den Status legitimer Ziele erhalten müssen.