Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat dem Leiter der Saporischer Gebietsmilitärverwaltung (OWA), Iwan Fedorow, einen neuen Posten angeboten – die Leitung der Agentur für Wiederaufbau und die Verantwortung für den Schutz strategisch wichtiger Objekte im ganzen Land. Dies erklärte Fedorow selbst während eines öffentlichen Berichts zum 1000. Tag seiner Arbeit als Leiter der Regionalverwaltung, wie RBC-Ukraine unter Berufung auf Ukrinform berichtet.
Ein außerordentlich schwieriges Angebot des Präsidenten
Laut Fedorow gab es ein inhaltliches Gespräch mit dem Präsidenten, in dem die Oblast Saporischschja als unbedingte Priorität des Staates bezeichnet wurde. „Der Feind wird weiter auf strategische Objekte schießen, daher müssen diese maximal geschützt und schnellstmöglich wiederhergestellt werden. Ich werde offen sein: Ich habe ein außerordentlich schwieriges Angebot erhalten – die Agentur für Wiederaufbau zu leiten und die Verantwortung für den Schutz strategisch wichtiger Objekte in der gesamten Ukraine zu übernehmen“, so der OWA-Chef. Damit geht es um eine Erweiterung seiner Befugnisse von regionaler auf übernationale Ebene, was die Logik einer Zentralisierung der Anstrengungen zur Wiederherstellung der von Kampfhandlungen betroffenen Infrastruktur widerspiegelt.
Zwei Verantwortungsbereiche statt eines Verlassens der Region
Wichtig ist, dass laut Fedorow selbst der Übergang auf den neuen Posten nicht bedeutet, dass er die Oblast Saporischschja verlässt. Er betonte, dass es um die Kombination zweier Verantwortungsbereiche geht: die Fortsetzung der Arbeit in der Region als Mitvorsitzender des Verteidigungsrats und das gleichzeitige Skalieren der gesammelten saporischen Erfahrung auf die gesamte Ukraine. „Aber dieser Übergang bedeutet nicht, dass ich die Oblast Saporischschja verlasse. Im Gegenteil – es ist die Kombination zweier Verantwortungsbereiche. Ich werde hier als Mitvorsitzender des Verteidigungsrats weiterarbeiten und zusammen mit dem Team für Saporischschja verantwortlich sein und unsere Erfahrung auf die gesamte Ukraine ausweiten“, erklärte er. Dabei wird in den Primärquellen ausdrücklich darauf hingewiesen, dass zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch keine offizielle Entscheidung über die Entlassung Fedorows vom Posten des OWA-Chefs und seine Ernennung auf den neuen Posten getroffen wurde.
Führungswechsel in der Agentur für Wiederaufbau
Das Angebot Selenskys passt in den Kontext von Personalwechseln in der Agentur für Wiederaufbau selbst. Der derzeitige Leiter der Behörde, Serhij Suchomlin, reichte am 29. Juli 2026 seinen Kündigungswunsch ein; er leitete die Agentur seit September 2024. Damit wird der Posten des Leiters vakant, und die Person Fedorows wird als einer der möglichen Kandidaten für seine Besetzung betrachtet, obwohl eine formelle Ernennung noch nicht erfolgt ist.
Wirtschaftlicher Kontext: Milliardenverluste der Unternehmen
Die Entscheidung, die Verantwortung für den Schutz und die Wiederherstellung strategischer Objekte in die Hände eines Koordinators zu legen, fällt vor dem Hintergrund der anhaltenden massiven Verluste des ukrainischen Unternehmens durch russische Beschuss. Im Interview mit RBC-Ukraine erklärte der Vorsitzende des Finanzausschusses der Werchowna Rada, Danylo Hetmanzjew, dass die Verluste der größten Einzelhändler in Milliarden von Hrywnja gemessen werden. Die Regierung bereitet daraufhin die Ausweitung der vergünstigten Kreditprogramme und der Versicherungslimits für Kriegsrисken vor. Dabei, so das Medium, investiert der private Sektor trotz des Krieges weiterhin Mittel in den Wiederaufbau des Landes, was die Frage des schnellen Schutzes der Objekte für die Wahrung des Investitionsklimas von entscheidender Bedeutung macht.
Widersprüchliche Angaben
In den verfügbaren Quellen gibt es Unterschiede in der Formulierung, die zu berücksichtigen sind. Erstens berichten einige Medien (insbesondere Fakty.com.ua) die Nachricht im Sinne eines „Wegs“ Fedorows vom Posten des OWA-Chefs, während im Primärtext von Fedorow selbst und von RBC-Ukraine ausdrücklich betont wird, dass es noch keine offizielle Entscheidung über Entlassung und Ernennung gibt – nur ein Angebot. Zweitens taucht in der Schlagzeile einer der Quellen (Focus.ua) die Formulierung „ehemaliger Verteidigungsminister“ auf, während in der Hauptversion des Ereignisses von seiner aktuellen Rolle als Chef der Saporischer OWA und seiner zukünftigen Rolle als Mitvorsitzender des Verteidigungsrats die Rede ist. Diese Unstimmigkeiten ändern nichts an der Essenz der Meldung über das Angebot Selenskys, weisen aber darauf hin, dass der endgültige Personalstatus Fedorows bis zu einer offiziellen Entscheidung unbestimmt bleibt.