In Iwano-Frankiwsk sinkt infolge der anhaltenden Dürre der Wasserstand in den Flüssen, aus denen die städtischen Wasserwerke ihre Versorgung beziehen. Wie der Bürgermeister Ruslan Martsinkyw erklärte, verfügt die Stadt über Wasserreserven und mehrere Wasserwerke, doch bei weiterem Ausbleiben von Regen könnte dies für den aktuellen Bedarf nicht ausreichen. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf eine Aussage des Bürgermeisters im Radiosender „Westpol“.
Lage bei der Wasserversorgung
Martsinkyw betonte, dass die Stadt alles tut, um eine ununterbrochene Wasserversorgung zu gewährleisten. Aufgrund des sinkenden Wasserstands sind die kommunalen Dienste gezwungen, technische Arbeiten durchzuführen, darunter das Umverlegen einzelner Stadtviertel, um den erforderlichen Druck im Netz aufrechtzuerhalten. „Wir werden Wasser haben, aber es muss gespart werden“, erklärte der Bürgermeister an die Bewohner und Unternehmen gerichtet.
Warum die Stadt von den Flüssen abhängt
Die Besonderheit Iwano-Frankiwsk besteht darin, dass seine Wasserwerke Wasser aus Flüssen und nicht aus Brunnen schöpfen. Laut Bürgermeister bietet dies sowohl einen Vorteil als auch einen Nachteil: Das Wasser kann durch Schwerkraft fließen, sodass die Stadt auch bei längeren Stromausfällen die Wasserversorgung aufrechterhält. Gleichzeitig hängt das System stark vom Wasserstand der Flüsse ab. „Wir brauchen vor allem Regen nicht in Iwano-Frankiwsk, wir brauchen, dass in den Bergen Regen fällt und die Flüsse entsprechend mit Wasser gefüllt werden“, erläuterte Martsinkyw.
Technische Maßnahmen und Einschränkungen
Die kommunalen Dienste arbeiten an technischen Lösungen, die helfen sollen, den Druck im Netz zu erhöhen. In der Stadt wurden bereits alle Brunnen (Zierbrunnen) abgeschaltet und die Wassernutzung für technische Zwecke eingeschränkt. Bewohner und Unternehmen werden aufgefordert, Wasser so sparsam wie möglich zu verbrauchen. Der Bürgermeister hob hervor, dass das Dürreproblem nicht nur Iwano-Frankiwsk, sondern auch andere Städte der Ukraine betrifft, und der sinkende Wasserstand in den Flüssen wird auch in Osteuropa insgesamt festgestellt.
Widersprüchliche Angaben
In den Aussagen des Bürgermeisters zeigt sich eine innere Widersprüchlichkeit. Einerseits versichert Martsinkyw, dass „wir Wasser haben werden“, und betont die vorhandenen Wasserreserven und mehrere Wasserwerke. Andererseits räumt er selbst ein, dass diese Ressourcen „für den derzeit in Iwano-Frankiwsk benötigten Umfang nicht ausreichen“, und warnt, dass der Höhepunkt der Dürre Ende September erwartet wird, falls kein Regen fällt. Somit geht die optimistische Einschätzung der Wasserversorgung einher mit der Anerkennung eines Mangels und der Gefahr von Einschränkungen in den kommenden Wochen.
Breiterer Kontext der Wasserknappheit in der Ukraine
Früher berichtete RBC-Ukraine, dass ukrainische Flüsse unter Wasserknappheit leiden, die unter anderem durch lange Hitzeperioden und Klimawandel verursacht wird; in einigen Gewässern bedroht der sinkende Wasserstand bereits die Ökosysteme und die Wasserversorgung der Bevölkerung. Ferner wurde darauf hingewiesen, dass infolge der anhaltenden Wasserknappheit in der Ukraine nicht nur Flüsse, sondern auch Stauseen rasch flacher werden: So hat sich der Dnister-Stausee historischen Tiefstständen genähert, und in einigen Städten drohen Einschränkungen der Wasserversorgung.