Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat für die Ukraine im Rahmen des Programms zur erweiterten Finanzierung (EFF), das bis Februar 2030 läuft, eine strenge Bedingung festgelegt. Gemäß dem aktualisierten Memorandum über Zusammenarbeit hat sich Kiew verpflichtet, keine neuen ungeplanten Ausgaben auf die Pensionskasse der Ukraine (PFU) zu übertragen.
Wie der Redaktion von RBC-Ukraine bekannt wurde, die den Text des Dokuments einsehen konnte, ist diese Einschränkung als kontinuierlicher struktureller Meilenstein verankert. Die ukrainischen Behörden haben ihre Bindung an diese Anforderung bestätigt und ihre Absicht bekundet, die langfristige Stabilität des Rentensystems zu gewährleisten.
Verbot von ungeplanten Ausgaben
Der Kern der neuen Bedingung besteht darin, dass jegliche zusätzlichen Ausgabenverpflichtungen für die PFU nun zwingend Konsultationen mit IWF-Experten erfordern. Ziel der Maßnahme ist es, sicherzustellen, dass Entscheidungen zur Finanzierung mit den Plänen für eine umfassende Rentenreform übereinstimmen.
Tatsächlich blockiert dies die Möglichkeit neuer Einmahlzahlungen an Rentner, die nicht gesetzlich vorgesehen sind. Betroffen sind Initiativen, die dem Programm „Tausend von Selenskyj“ ähneln, bei dem über die Pensionskasse zusätzliche Zahlungen in Höhe von 1000 Griwna geleistet wurden.
Quellen, die mit den Details der Verhandlungen vertraut sind, klären auf, dass der IWF gegen geplante Rentenerhöhungen oder Zahlungen zu bedeutenden Daten nichts einzuwenden hat. Der Fonds unterstützt jedoch kategorisch keine außerbudgetären Ausgaben, die keine gesetzliche Grundlage haben.
Folgen für den sozialen Bereich
In den letzten Jahren wurde die PFU wiederholt als Instrument zur Finanzierung von Notfallsocialleistungen genutzt. Im Zeitraum von 2023 bis 2025 flossen die Mittel für das Programm zur zusätzlichen Unterstützung von Rentnern genau über diesen Fonds. Jede ähnliche Entscheidung muss nun den Filter der Abstimmung mit internationalen Gläubigern durchlaufen.
Experten stellen fest, dass dies einen Präzedenzfall schafft: Der Staat wird nicht mehr in der Lage sein, das Rentenbudget für politische oder einmalige soziale Aktionen ohne die Zustimmung des IWF zu nutzen.
Andere Bedingungen des Memorandums
Neben den Einschränkungen bei den Sozialausgaben enthält das aktualisierte Dokument weitere wichtige wirtschaftliche Bedingungen:
- Gebühren für öffentliche Dienstleistungen: Geplant ist eine schrittweise Erhöhung der Gas- und Stromtarife für die Bevölkerung. Dieser Prozess wird 2027 beginnen, jedoch erst nach der Einrichtung eines Systems für gezielte soziale Unterstützung.
- Besteuerung von Einzelunternehmern (FOP): Die Einführung der Mehrwertsteuer für natürliche Personen als Unternehmer wurde um ein Jahr verschoben. Das entsprechende Gesetz sollte ab Januar 2028 in Kraft treten.
So setzt das Kooperationsprogramm mit dem IWF einen strengen Kurs auf fiskalische Disziplin und schränkt die Handlungsspielräume der Regierung in der Sozialpolitik ein.