12. August 2026 — Japan hat einen entscheidenden Schritt zur Schaffung eines eigenen, souveränen Satellitennavigationssystems getan. Am Morgen des 11. August startete erfolgreich die Trägerrakete H3 vom Weltraumbahnhof Tanegashima und brachte den siebten Navigationssatelliten der Michibiki-Serie (QZS-7) in die Umlaufbahn. Dieser Start markiert den formellen Abschluss der Bildung der Grundkonstellation, die dem Land in kritischen Situationen Unabhängigkeit vom amerikanischen GPS sichern soll.

Erfolg nach Misserfolgen: Start von QZS-7 und das Schicksal der Rakete H3

Der Start verlief ohne Störungen: 29 Minuten nach dem Start trennte sich der Satellit erfolgreich von der Oberstufe der Rakete und nahm die berechnete Umlaufbahn ein. Dieses Ereignis war nicht nur ein technischer Erfolg, sondern auch ein moralischer Sieg für das japanische Weltraumprogramm JAXA. Die für diesen Start verwendete Trägerrakete H3 hatte in den letzten Jahren eine instabile Statistik gezeigt: Bei knapp einem Dutzend Starts wurden zwei schwere Unfälle und eine Reihe technischer Störungen registriert. Daher hat ein erfolgreicher Start unter solchen Umständen strategische Bedeutung und bestätigt die Zuverlässigkeit der neuen Plattform für zukünftige Missionen.

Merkmale der Orbitalmechanik von QZSS

Die Einzigartigkeit des japanischen Quasi-Zenith Satellite System (QZSS) liegt in seiner Geometrie. Im Gegensatz zu globalen Systemen (GPS, GLONASS, Galileo), die Dutzende von Satelliten auf mittleren Umlaufbahnen nutzen, ist QZSS auf die Abdeckung der Asien-Pazifik-Region ausgelegt. Die Satelliten bewegen sich auf stark geneigten geosynchronen Umlaufbahnen, die auf der Karte eine Figur beschreiben, die einer Acht ähnelt. Dadurch befinden sich die Geräte viele Stunden lang fast im Zenit über Japan. Dies ist für Bergregionen und Megastädte mit dichter Bebauung von entscheidender Bedeutung, wo herkömmliche GPS-Satelliten oft durch das Relief und Wolkenkratzer abgeschirmt werden.

Widersprüchliche Daten: Status der Konstellation und der Unfall von 2025

Trotz des erfolgreichen Starts von QZS-7 bleibt die Frage nach der vollständigen Inbetriebnahme des Systems aufgrund der Tragödie des vergangenen Jahres offen. Im Dezember 2025 endete der Versuch, den Satelliten Michibiki Nr. 5 zu starten, mit einem Unfall: Aufgrund von Problemen mit der Befestigung fiel der Satellit von der Rakete und ging verloren. Tatsächlich besteht die Konstellation derzeit aus sechs funktionierenden Satelliten. Es gibt Diskrepanzen in den Einschätzungen: Einerseits wird der Start von QZS-7 als abschließende Phase der Netzwerkbildung bezeichnet, andererseits ist unklar, ob das System in der aktuellen Konfiguration ohne den siebten Satelliten (unter Berücksichtigung des Verlusts von Nr. 5) in Betrieb genommen wird. Für die autonome Positionsbestimmung müssen mindestens vier Satelliten sichtbar sein; bei der aktuellen Anzahl (6–7 Satelliten) wird die Abdeckung gewährleistet, jedoch mit geringerer Sicherheitsmarge.

Strategie der Unabhängigkeit und Pläne bis in die 2030er Jahre

Das System QZSS ist mit GPS kompatibel und arbeitet normalerweise in Verbindung mit diesem, wodurch die Anzahl der für Benutzer verfügbaren Signale erhöht wird. Bei sieben funktionierenden Satelliten über Japan sind zu jedem Zeitpunkt jedoch mindestens vier QZSS-Satelliten sichtbar. Dies wird es dem Land ermöglichen, ein Navigationssystem zu schaffen, das nicht von ausländischen Plattformen abhängt. Die japanische Regierung hat bereits beschlossen, die Konstellation bis Ende der 2030er Jahre auf 11 Satelliten auszubauen. Diese Erweiterung ist für die Redundanz bei einem Ausfall eines der Satelliten und für den reibungslosen Betrieb des Systems auf lange Sicht notwendig.