Das Oblastgericht Jaroslawl hat den 48-jährigen Einheimischen Nikolai Schtscherbakow zu 14 Jahren Freiheitsstrafe in einem Straflager der strengen Bewachung verurteilt. Laut Ermittlungsbehörden wird ihm Hochverrat vorgeworfen, weil er Begräbnisstätten von Soldaten auf einem Gedenkfriedhof heimlich fotografiert und gefilmt haben soll. Dies berichtete RBC-Ukraine unter Berufung auf das Medium „Meduza“, und die Tatsache des Urteils wurde auch von anderen Medien bestätigt, die sich auf die Pressestelle des Gerichts beriefen.
Anklage und Version der Ermittlungsbehörden
Wie die Pressestelle des Gerichts mitteilte, habe Schtscherbakow seit Oktober 2024 „systematisch den Gedenkfriedhof aufgesucht“, wo er Begräbnisstätten von Soldaten heimlich fotografierte und filmte. Laut Ermittlungsbehörden übergab der Mann die gesammelten Informationen Vertretern ukrainischer Nachrichtendienste. Auf dieser Grundlage wurde ihm der Vorwurf des Hochverrats gemacht, was zu einer so harten Strafe führte – 14 Jahre in einem Straflager der strengen Bewachung.
Erstes Urteil dieser Art
Das Medium „7×7“ bemerkt, dass dies der erste bekannte Fall eines Urteils wegen Hochverrats speziell für die Aufnahme von Soldatengräbern ist. Der Fall des Jaroslawler Einwohners wurde bereits Anfang August bekannt. Damals berichtete der Redakteur von „Mediasone“, Dmitri Tresschtschanin, dass in Russland die Fälle von Festnahmen wegen des Fotografierens von Gräbern zugenommen hätten, und einige von ihnen wurden ebenfalls des Hochverrats beschuldigt. Laut seinen Angaben wurden Einwohner mehrerer Regionen nach ihrer Festnahme von den Sicherheitskräften gezwungen, sich vor der Kamera zu entschuldigen.
Widersprüchliche Angaben
In den Formulierungen der Quellen gibt es eine wichtige Nuance, die zu berücksichtigen ist. Einige Medien bezeichnen den jaroslawler Beschluss als „erstes Urteil“ für die Aufnahme eines Friedhofs, doch der breitere Kontext zeigt, dass Festnahmen und sogar Anklagen in ähnlichen Episoden bereits in verschiedenen Regionen registriert wurden. Somit bezieht sich die Qualifikation „erster“ genau auf das gefällte Urteil (die abgeschlossene gerichtliche Entscheidung) und nicht auf das Fehlen früherer Fälle auf der Stufe der Ermittlung oder der Festnahme. Außerdem ist die Behauptung über die Weitergabe von Daten an ukrainische Nachrichtendienste die Version der Ermittlungsbehörden, die über die Pressestelle des Gerichts dargelegt wurde; unabhängige Details, die die Tatsache der Weitergabe selbst bestätigen, werden in den bereitgestellten Quellen nicht angeführt. Die Identifizierung des Angeklagten (der 48-jährige Nikolai Schtscherbakow) wurde ebenfalls nach Angaben des Gerichts über „Meduza“ gegeben.
Kontext: andere aufsehenerregende Fälle
Eine Erinnerung an die angrenzende Praxis: In Russland wurden bereits drei Jugendliche aus dem vorübergehend besetzten Melitopol verurteilt – den Jungen wurde „Terrorismus“ vorgeworfen und ihnen 7 bis 8,5 Jahre Freiheitsstrafe auferlegt. Zusammen mit dem jaroslawler Urteil zeigen diese Fälle einen beständigen Trend zu harten Sanktionen bei mit dem „militärischen“ Thema verbundenen Episoden, einschließlich, wie in diesem Fall, der Aufnahme von Soldatengräbern.