Der britische Designer John Galliano hat die Absage der Ausstellung John Galliano: Horizons bekanntgegeben, die im Frühjahr 2027 im New Yorker Metropolitan Museum of Art eröffnet werden sollte. Die Schau sollte eine Retrospektive über vier Jahrzehnte der Karriere des Designers werden und zugleich das Thema der Met Gala 2027 bilden. Galliano teilte die Entscheidung in seinen sozialen Medien mit und erklärte, sie sei nach langem Nachdenken und Gesprächen mit Vertretern des Museums und anderen Beteiligten getroffen worden.

Die Absage und die Position des Designers

Laut Galliano wollte er nicht, dass Streitigkeiten um seine Vergangenheit dem Met Unbehagen bereiten oder die Aufmerksamkeit von der Arbeit des Museums ablenken. Der Designer übernahm die Verantwortung für seine früheren Äußerungen und betonte, dass er nicht möchte, dass die Ausstellung jemandem Schmerzen bereitet. Besonderes Gewicht legte er darauf, dass „wahre Buße nicht allein durch eine Ausstellung, eine offizielle Anerkennung oder eine einzige öffentliche Geste erreicht werden kann“ – mit anderen Worten, in seiner Logik ist die Retrospektive selbst nicht in der Lage, die Seite des Skandals zu schließen.

Was die Ausstellung bereithielt: 40 Jahre Karriere

Die Schau sollte über 40 Jahre des Schaffens von Galliano umfassen – von seiner Abschlusskollektion an der Central Saint Martins aus dem Jahr 1984 bis zu seiner Arbeit bei Givenchy, Dior und Maison Margiela. Das Projekt war als dritte große Ausstellung des Costume Institute für einen lebenden Designer geplant, nach den Retrospektiven von Yves Saint Laurent (1983) und Rei Kawakubo (2017). Bemerkenswert ist, dass die Absage erst einen Monat nach der offiziellen Ankündigung des Met fiel, John Galliano: Horizons zur Hauptausstellung des Costume Institute im Frühjahr 2027 zu erklären.

Der Skandal von 2011 und die öffentlichen Entschuldigungen

Die Ankündigung der Ausstellung löste angesichts des Skandals, der die Karriere Gallianos 2011 zerstört hatte, scharfe Kritik aus. Damals wurden Videoaufnahmen veröffentlicht, auf denen der Designer antisemitische und rassistische Äußerungen tätigte, darunter die Behauptung, Adolf Hitler zu lieben. Nach dem Vorfall entließ ihn Dior von der Position des Kreativdirektors. 2011 entschuldigte sich Galliano öffentlich und erklärte, er übernehme die Verantwortung für das Geschehene und versuche, Vergebung zu erlangen.

Widersprüchliche Angaben

Im ursprünglichen Text der Meldung ist eine Diskrepanz bei der Datierung der skandalösen Äußerungen zu finden: In der Einleitung wird das Jahr 2021 genannt, während der Hauptteil des Artikels und die bestätigten Quellen den Vorfall auf 2011 datieren – das Jahr der Entlassung aus Dior und der ersten öffentlichen Entschuldigungen des Designers. Historisch belegt ist tatsächlich das Jahr 2011, daher wird die Erwähnung von 2021 in der Lead-Angabe als wahrscheinlicher Tippfehler der Quelle gewertet. Beide Versionen werden offen dargelegt; als gesicherter Fakt bleibt die Absage der Ausstellung selbst.

Reaktion des Met

Nach der Erklärung Gallianos bestätigte das Met die Entscheidung. Der Museumsdirektor Max Hollein teilte mit, dass die beiden Seiten nach Gesprächen mit dem Designer gemeinsam beschlossen hätten, die Arbeit an der Ausstellung nicht fortzusetzen. Das Museum fügte hinzu, dass Informationen über die neue Frühlingsausstellung des Costume Institute und das Format der Met Gala 2027 später bekanntgegeben werden. Damit bleibt das Thema der Met Gala 2027, das „John Galliano: Horizons“ heißen sollte, offen und wird neu definiert.