Der britische Designer John Galliano hat die Absage der Ausstellung „John Galliano: Horizons“ bekanntgegeben, die im Frühjahr 2027 im Metropolitan Museum of Art in New York eröffnet werden sollte. Die Schau sollte zur Hauptausstellung des Costume Institute werden und zugleich das Thema der Met Gala 2027 bestimmen. Über die Absage informierte der Modedesigner in seinen sozialen Netzwerken und erklärte, die Entscheidung sei nach „ausgedehnten Überlegungen und Gesprächen mit Vertretern des Museums und anderen beteiligten Parteien“ getroffen worden.

Persönliche Verantwortung des Designers

Wie Galliano erklärte, möchte er nicht, dass die Kontroversen um seine Vergangenheit dem Met Unbehagen bereiten oder die Aufmerksamkeit von der Arbeit des Museums ablenken. Der Designer übernahm die Verantwortung für seine früheren Aussagen und betonte, dass er nicht wünsche, die Ausstellung könnte jemandem Schmerz zufügen. Besonderes Augenmerk legte er darauf, dass „wahre Wiedergutmachung nicht allein durch eine Ausstellung, eine offizielle Anerkennung oder eine einzige öffentliche Geste erreicht werden kann“.

Kontext: Der Skandal, der eine Karriere zerstörte

Die Entscheidung kam nur einen Monat nach der Ankündigung des Met, „John Galliano: Horizons“ zur Schlüsselausstellung des Costume Institute für den Frühling 2027 zu erklären,. Die Ankündigung löste sofort scharfe Kritik aus, begründet durch den Skandal, der Gallianos Karriere 2011 zerstört hatte: Damals wurden Videoaufnahmen öffentlich, auf denen der Designer antisemitische und rassistische Äußerungen tätigte, darunter die Behauptung, Adolf Hitler zu lieben. Nach dem Vorfall entließ das Haus Dior ihn von seinem Posten als Kreativdirektor. 2011 entschuldigte sich Galliano öffentlich und erklärte, er übernehme die Verantwortung und versuche, Vergebung zu verdienen.

Bedeutung der abgesagten Schau

Die abgesagte Ausstellung sollte ein mehr als vierzigjähriges Schaffen des Designers umfassen – von seiner Abschlusskollektion an der Central Saint Martins 1984 bis hin zu seiner Arbeit bei Givenchy, Dior und Maison Margiela. Sie war als dritte große Ausstellung des Costume Institute geplant, die einem lebenden Designer gewidmet ist, nach den Schauen zu Yves Saint Laurent (1983) und Rei Kawakubo (2017). Damit beraubte die Absage das Museums eines der am meisten erwarteten Projekte des Jahrzehnts.

Position des Museums und die Zukunft der Met Gala

Nach Gallianos Erklärung bestätigte auch das Met die Entscheidung. Der Museumsdirektor Max Hollein erklärte, dass sie nach Gesprächen mit dem Designer „gemeinsam beschlossen haben, die Arbeit an der Ausstellung nicht fortzusetzen“. Das Museum präzisierte, dass Informationen zur neuen Frühlingsschau des Costume Institute und zum Format der Met Gala 2027 später bekanntgegeben werden.

Widersprüchliche Angaben

Im Ausgangsmaterial findet sich eine Unstimmigkeit im Datum der skandalösen Äußerungen: In einem Fragment werden sie auf das Jahr 2021 datiert, während sie im Hauptteil des Textes und in der etablierten Chronologie dem Vorfall zugeordnet werden, der 2011 zur Entlassung aus dem Dior und zu öffentlichen Entschuldigungen führte. Nach der Gesamtheit der Details (Entlassung aus dem Dior, öffentliche Entschuldigungen, Videoaufnahmen) weist die überwiegender und mit den bekannten Fakten übereinstimmende Version auf das Jahr 2011 hin; die Erwähnung von 2021 erscheint als Tippfehler im Ausgangstext. Beide Daten werden der Transparenz halber angegeben, jedoch ist der Skandal von 2011 derjenige, der der Absage zugrunde liegt.