Die ukrainische Regierung hat neue Regeln fuer die Nutzung von Schutzbauwerken in Bildungseinrichtungen eingefuehrt. Das Dekret des Ministerkabinetts Nr. 1288 vom 15. Oktober 2026 legt fest, dass Schutzraeume in Schulen waehrend des Praesenzunterrichts ausschliesslich den Teilnehmern des Bildungsprozesses zugaenglich sind, in Kindergaerten nur Kindern und Mitarbeitern der Einrichtungen. Erlaeuterungen zum Zugang hat das Bildungs- und Wissenschaftsdepartement der Stadtverwaltung Kiew (KSCA) veroeffentlicht.

Wer darf waehrend des Unterrichts in den Schulschutzraum

Gemaess der Kabinettsentscheidung Nr. 1288 gehoeren zu den Teilnehmern des Bildungsprozesses in allgemeinbildenden Schulen Schueler, Lehrkraefte, wissenschaftlich-paedagogisches Personal, Eltern minderjaehriger Schueler sowie Privatpersonen, die Bildung taetig sind, und andere Personen, die gemaess Gesetz am Bildungsprozess beteiligt sind. Diese Personengruppen haben waehrend der Unterrichtszeiten Vorrang bei der Nutzung des Schulschutzraums. Gleichzeitig sind die Träger und Leiter von Bildungseinrichtungen unter Kriegsrecht verpflichtet, die Bedingungen fuer den Zugang der Bevoelkerung zu Schutzbauten gemaess der von der zustaendigen Militaerverwaltung festgelegten Ordnung zu bestimmen.

Kindergaerten: Geschlossener Betrieb ohne Ausnahmen

Fuer vorschulische Bildungseinrichtungen gilt eine strengere Regelung. Gemaess dem Gesetz "Ueber die Vorschulbildung" werden Schutzbauten in Kindergaerten ausschliesslich zum Schutz der Teilnehmer des Bildungsprozesses – der Kinder und des Personals – genutzt. Anders als in Schulen ist hier keine gleichzeitige Anwesenheit von externen Personen vorgesehen, auch nicht durch Beschluss der oertlichen Behoerden. Das bedeutet, dass Anwohner, die nicht mit dem jeweiligen Kindergarten verbunden sind, dessen Schutzraum waehrend der Betriebszeiten nicht nutzen koennen.

Rolle der Kommunalbehoerden und moegliche Ausnahmen fuer Schulen

Fuer Schulschutzraeume laesst das Dekret Ausnahmen zu, die von den fuer die jeweilige Bildungseinrichtung zustaendigen Kommunalbehoerden festgelegt werden. Falls die lokalen Stellen beschliessen, dass Teilnehmer des Bildungsprozesses und andere Buerger gleichzeitig den Schutzraum nutzen koennen, muss die Schulleitung die Aufenthaltszonen trennen, die Sicherheit der Kinder gewaehrleisten und klare Zugangsregeln fuer Externe definieren. Ausserhalb des Bildungsbetriebs – an Wochenenden, in den Ferien und nach Unterrichtsschluss – bleiben Schulschutzraeume gemaess den allgemeinen Regeln fuer die Nutzung von Schutzbauwerken fuer die Bevoelkerung zugänglich.

Kapazitaet der Schutzraeume in Kiew: 375.000 Plaetze reichen nicht aus

Nach Angaben des Bildungs- und Wissenschaftsdepartements der KSCA betraegt die Gesamtkapazitaet der Schutzraeume in den Bildungseinrichtungen der Hauptstadt 375.000 Plaetze. Seit 2022 wurde der Bestand an Schutzbauten in Kiewer Schulen und Kindergaerten um 170.000 Plaetze erweitert. Das Departement raeumt jedoch offen ein, dass die vorhandene Anzahl an Plaetzen nicht ausreicht, um den Bedarf aller Teilnehmer des Bildungsprozesses in Kiew vollstaendig zu decken. Das Unterrichtsformat in den Kiewer Einrichtungen richtet sich nach der operativen Lage auf Grundlage des Kabinettsdekrets Nr. 847 vom 1. Juli 2026.

Wer ist fuer Instandhaltung und Bereitstellung der Schutzraeume zustaendig

Die Verwaltung der kommunalen Bildungseinrichtungen sowie die Organisation ihrer materiell-technischen und finanziellen Absicherung fallen in den Zustaendigkeitsbereich der Bezirksverwaltungen von Kiew. Dies ist durch den Erlass der Exekutive des Kiewer Stadtrats Nr. 121 vom 31. Januar 2011 festgelegt. Damit liegen die direkte Gewaehrleistung der Betriebsfähigkeit der Schutzraeume, ihre technische Wartung und die Kontrolle der Einhaltung der neuen Zugangsordnung auf Bezirksebene.