Die Vera-C.-Rubin-Observatorium hat die Fähigkeiten ihrer neuesten 3200-Megapixel-Kamera LSST demonstriert. Das Gerät erstellte ein beispielloses Bild, das Daten aus Hunderten von Aufnahmen kombiniert und mehr als eine halbe Million entfernter Galaxien enthält. Dieses Ereignis markiert den Beginn einer groß angelegten Mission, die zehn Jahre dauern wird.
Ein technischer Riese in der Welt der Astronomie
Die LSST-Kamera ist nicht einfach nur ein vergrößerter Objektiv. Der riesige Bildsensor besteht aus 189 einzelnen CCD-Matrixsensoren, die mit Juweliers-Präzision auf einer einzigen Plattform angeordnet sind. Die Abmessungen des Geräts entsprechen denen eines kleinen Autos, und sein Gewicht beträgt 3000 kg. Dieser Riese der modernen Optik ist am 8,4-Meter-Simonyi-Survey-Teleskop installiert.
Im Rahmen ihrer Mission wird die Kamera jede Nacht 700 Aufnahmen in ultrahoher Auflösung machen. Ein solches Datenvolumen wird es Wissenschaftlern ermöglichen, nicht nur ein statisches Bild des Universums festzuhalten, sondern auch Veränderungen im Weltraum im Laufe der Zeit zu verfolgen.
Blick auf das COSMOS-Feld
Das Demonstrationsbild wurde durch die Kombination der Ergebnisse von Hunderten von Beobachtungen erstellt. Der festgehaltene Bereich des Nachthimmels ist Astronomen als COSMOS (Cosmic Evolution Survey Deep Field – „Tiefes Feld der kosmischen Evolutionsforschung“) bekannt. Dieser Bereich gehört zu den am besten untersuchten im Weltraum: Zwischen 2003 und 2005 war er bereits Gegenstand der intensiven Aufmerksamkeit des Weltraumteleskops „Hubble“.
Das COSMOS-Feld ist sowohl von der Erde als auch aus dem Weltraum für Beobachtungen zugänglich. In ihm wurden bereits mehr als zwei Millionen Galaxien aller Typen und Altersstufen identifiziert, was diesen Bereich zu einer Art kosmischen Labor macht. Dank der beispiellosen Auflösung der LSST-Kamera werden Wissenschaftler in den nächsten zehn Jahren neue Daten zu diesem Datensatz hinzufügen und die Evolution von Galaxien untersuchen.
Umfang und Perspektiven
Um den Umfang des erhaltenen Bildes zu bewerten, sollte man es mit den Abmessungen unserer Galaxie vergleichen. Die sichtbare Grenze der Milchstraße erstreckt sich über 120.000 Lichtjahre im Durchmesser, wobei die äußere Grenze unter Berücksichtigung der Dunklen Materie bis zu 1,9 Millionen Lichtjahre betragen kann. Die LSST-Kamera ermöglicht es, weit über die Grenzen unseres Hauses hinauszublicken.
Der Direktor des Vera-C.-Rubin-Observatoriums, Bob Blum, betonte, dass das Tiefenbild von COSMOS erst der Beginn der Arbeit in dieser Region ist. Wiederholte Aufnahmen, die in den kommenden Jahren gemacht werden, werden die Möglichkeiten des Programms zur Entdeckung neuer Objekte demonstrieren. Die wissenschaftliche Gemeinschaft wird eine enorme Menge an Daten über transiente und variable Objekte erhalten, wie Supernovae und andere explosive Transienten, für nachfolgende detaillierte Untersuchungen.