Die Astronomie ist auf ein neues Niveau gestiegen. Das Vera-C.-Rubin-Observatorium hat das erste wissenschaftliche Bild veröffentlicht, das mit der LSST-Kamera aufgenommen wurde – der größten digitalen Kamera der Welt. Auf dem Bild sind mehr als 500.000 Galaxien und über 50.000 Sterne im Himmelsbereich COSMOS festgehalten, der als einer der wichtigsten Bereiche zur Erforschung des Universums gilt.
Fenster in die ferne Vergangenheit
Das Bild wurde durch die Kombination von Hunderten einzelner Beobachtungen erstellt. Es umfasst einen Himmelsabschnitt, der weit entfernt von der Ebene der Milchstraße liegt, wo vergleichsweise wenige Sterne und interstellarer Staub vorhanden sind. Dank dessen können Teleskope eine enorme Anzahl entfernter Galaxien beobachten, deren Licht Milliarden von Jahren zur Erde gereist ist. Je weiter ein Objekt entfernt ist, desto frühere Epoche der Existenz des Universums repräsentiert es.
Referenzfeld für die Wissenschaft
Das Feld COSMOS wird seit 2003 untersucht, als es vom Weltraumteleskop Hubble erstmals beobachtet wurde. In zwei Jahrzehnten haben Dutzende der größten Observatorien diesen Bereich im Spektrum von Radiowellen bis hin zu Röntgenstrahlung erforscht, weshalb er zu einem der wichtigsten Referenzfelder für den Vergleich astronomischer Daten geworden ist.
Das Vera-Rubin-Observatorium fügt diesen Beobachtungen eine neue Möglichkeit hinzu: die Kombination aus großer Bildtiefe, weitem Sichtfeld und regelmäßigen wiederholten Beobachtungen. Dies wird es ermöglichen, nicht nur die Struktur entfernter Galaxien zu untersuchen, sondern auch Veränderungen zu verfolgen – beispielsweise das Auftreten von Supernovae und anderen kurzfristigen kosmischen Ereignissen.
Früher Zugang zu Daten
Die Veröffentlichung ist an die Herausgabe der Early Data Preview 2 (EDP2) gekoppelt – der ersten Demonstration wissenschaftlicher Daten, die mit der LSST-Kamera gewonnen wurden. Sie umfasst Beobachtungen, die von April 2025 bis Januar 2026 durchgeführt wurden. Der Katalog enthält kombinierte Bilder eines Bereichs von etwa 3000 Quadratgrad – ungefähr 1/6 des gesamten sichtbaren südlichen Himmels.
Die großangelegte Vermessung Legacy Survey of Space and Time (LSST), die auf 10 Jahre ausgelegt ist, hat gerade erst begonnen, daher stellt EDP2 nicht die Hauptveröffentlichung der Daten dar. Dennoch wird dieser Datensatz bereits Astronomen ermöglichen, Methoden zur Datenverarbeitung zu testen, Analysewerkzeuge vorzubereiten und wissenschaftliche Untersuchungen zu beginnen.
In der zweiten Phase von EDP2, die zwischen Oktober und Dezember 2026 erwartet wird, werden Daten einzelner Beobachtungen veröffentlicht, einschließlich Bilder von Veränderungen, die durch den Vergleich von Aufnahmen verschiedener Epochen gewonnen wurden. Der Zugang zu den Daten ist bereits für wissenschaftliche Einrichtungen in den USA, Chile und internationale Projektbeteiligte geöffnet, und in 2 Jahren werden sie öffentlich zugänglich sein.