Der kasachische Energieminister Erlan Akkenxanow erklärte, dass die private Raffinerie «Kondensat» in Kürze damit beginnen wird, russisches Rohöl zur Verarbeitung anzunehmen, und dass der Löwenanteil des produzierten Benzins und Dieselkraftstoffs zurück nach Russland geliefert werden soll. Laut dem Beamten haben Astana und Moskau entsprechende Vereinbarungen getroffen, und es gibt keine rechtlichen Hindernisse für den Rohstoffimport, da der Eigentümer des kasachischen Unternehmens nicht unter internationalen Sanktionen steht. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf Radio Azattyq.

Das Prinzip der Auftragsverarbeitung

Die Vereinbarung folgt dem klassischen Modell der Auftragsverarbeitung (Verarbeitung fremder Rohstoffe): Russland liefert das Rohöl, Kasachstan verarbeitet es und liefert das fertige Produkt zurück. Laut den Bedingungen werden bis zu 70 % des produzierten Benzins und Diesels nach Russland geliefert, während die verbleibenden 30 % der Mineralprodukte für den Bedarf des inländischen kasachischen Marktes verbleiben. Die Lieferung russischen Rohöls an die Raffinerie kann in Kürze beginnen – die genauen Zeitpläne geben die Seiten nicht bekannt.

Logistik und Kapazitäten

Die Schlüsselbeschränkung des Schemas ist die Logistik. Das Unternehmen befindet sich in der Nähe der Grenze zu Russland, ist jedoch nicht an die Fernölleitungen angeschlossen, daher werden Rohöl und fertige Produkte ausschließlich per Eisenbahn transportiert. Die Verarbeitungsmengen hängen direkt von der Durchlassfähigkeit der Eisenbahninfrastruktur ab. Die Gesamtkapazität der privaten Raffinerie «Kondensat» beträgt bis zu 850.000 Tonnen pro Jahr.

Sanktionskontext und Zusammenarbeit mit «Tatneft»

Dies ist nicht der erste Fall der Zusammenarbeit des Unternehmens mit dem russischen Geschäft. Seit 2024 erhält die Raffinerie «Kondensat» Aufträge von der russischen Gesellschaft «Tatneft», die unter den Sanktionen des Vereinigten Königreichs und Kanadas steht. Genau das Fehlen von Sanktionen gegen den Eigentümer der kasachischen Raffinerie macht das Schema laut Aussage von Akkenxanow aus Sicht des Völkerrechts zulässig.

Hintergrund: Zweite Welle des Kraftstoffmangels in Russland

Experten verbinden die Intensivierung des Schemas damit, dass Russland gezwungen ist, angesichts der zweiten Welle des massiven Kraftstoffmangels dringend den Kauf von Benzin und Flugturbinenkraftstoff in asiatischen Ländern zu erhöhen. Vor diesem Hintergrund werden auch interne Aufrufe zu einer „gelassenen“ Haltung der Bevölkerung gegenüber dem Kraftstoffmangels laut, was die Dringlichkeit des Problems für den russischen Markt unterstreicht.