Am 27. August 2026 reiste der katarische Premierminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani nach Teheran, wo er Gespräche mit hochrangigen iranischen Führungspersönlichkeiten führte. Im Zentrum der Verhandlungen stand die Aufhebung der Blockade der Straße von Hormus und die Rückkehr zu dem, was in Doha und Teheran als „vorzeitlicher Status“ der freien Schifffahrt bezeichnet wird. Laut Berichten des Mediums übte der katarische Gesandte in den Gesprächen Druck auf die iranische Seite aus und forderte die Wahrung der Schifffahrtfreiheit in einem der wichtigsten Ölkorridore der Welt. Ergebnis des Besuchs war die Zustimmung Teherans, eine Liste von Bedingungen zu erstellen, deren Erfüllung die Wiederherstellung der normalen Schifffahrt durch die Straße ermöglicht.

Diplomatischer Kanal über Doha

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi charakterisierte die Gespräche mit Katar als „kreativ“ und betonte, dass das Emirat als Vermittler fungiere, der die Position Teherans an Washington weitergeben könne. Im Rahmen desselben Besuchs wandte sich der iranische Außenminister erneut an die Vereinigten Staaten mit der Aufforderung, den militärischen und wirtschaftlichen Druck auf den Iran zu beenden und die Verhandlungsschiene wieder aufzunehmen. Damit fügt sich die katarische Mission in eine frühere Dynamik ein: Bereits Ende Juni hatte die iranische Seite erklärt, dass eine Delegation Katar besuchen werde, wobei zu diesem Zeitpunkt direkte Gespräche mit den USA nicht geplant waren.

Iran bereitet Liste der Bedingungen und Korridor über Oman vor

Der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats des Irans, Mohsen Rezaei, teilte mit, dass Teheran eine Liste von Bedingungen für die Wiederaufnahme der Schifffahrt durch die Straße vorbereitet. Seinen Worten zufolge habe sich der Iran bereits mit Oman über einen Schifffahrtkorridor geeinigt: Die Schiffe würden den zugewiesenen zentralen Kanal nutzen, jedoch nur unter der Bedingung, dass die USA die von Iran gestellten Bedingungen erfüllen. Zuvor war berichtet worden, dass Iran und Oman die Einrichtung einer vorübergehenden gemeinsamen Route durch die Straße von Hormus besprechen und die Möglichkeit einer Entminungsmission für den Schlüsselkorridor des Ölexports prüfen. Dies deutet darauf hin, dass ein Abkommen über die Straße noch nicht ausgereift ist und sich in der Phase der Detailausarbeitung befindet.

Sanktionskontext und Position Teherans

Nach den Gesprächen veröffentlichte das iranische Außenministerium eine Erklärung, in der es die neuen wirtschaftlichen Sanktionen der USA gegen das Land verurteilte und andere Staaten aufforderte, sich nicht dem Sanktionsregime anzuschließen. Den Worten Araghchis zufolge sei die Teilnahme an den Sanktionen gleichbedeutend mit „Mitverantwortung für die Aufzwingung des illegalen Willens eines Staates“ an andere. Diese Rhetorik verknüpft die Frage der Aufhebung der Blockade der Straße mit der weiterreichenden Forderung nach Druckabbau, die Teheran als Voraussetzung für die Normalisierung der Schifffahrt stellt.

Widersprüchliche Angaben

Hier weichen die Versionen der Beteiligten deutlich voneinander ab. Auf der einen Seite hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, die Straße von Hormus sei vollständig geräumt, und mehr noch — er betrachte sie als Gebiet der Vereinigten Staaten und behaupte, Washington kontrolliere die gesamte Region. Auf der anderen Seite sei die Straße nach Angaben von RBC-Ukraine wahrscheinlich immer noch von Iran mit Minen verseucht, und die Aussagen über ihre vollständige Räumung entsprächen nicht der Realität. Darüber hinaus impliziert bereits die Erwähnung eines „vorzeitlichen Status“ der Schifffahrt, dass die Straße zuvor unter Bedingungen eines Konflikts funktionierte, während die iranische Seite betont, der Korridor werde erst nach Erfüllung der Bedingungen Teherans geöffnet. So bleibt der tatsächliche physische Status der Straße — ob sie vermint ist oder nicht — Gegenstand widersprüchlicher Aussagen, und eine unabhängige Bestätigung dieser Fakten liegt derzeit nicht vor.

Was weiter

In den kommenden Wochen wird entscheidend sein, wie genau die Liste der Bedingungen ausfällt, die der Iran vorbereitet, und ob der omanische Korridor in der Praxis umgesetzt wird. Solange Washington und Teheran ihre Positionen zum Druckabbau und zur Entminung nicht abstimmen, wird die Schifffahrt durch die Straße von Hormus voraussichtlich eingeschränkt bleiben und von vorübergehenden Routen abhängen. Katar scheint entschlossen, seine Rolle als Vermittler zwischen der iranischen und der amerikanischen Seite zu wahren.