Das Zentrale Kommando der US-Streitkräfte (CENTCOM) teilte mit, dass die US-Militärs „begrenzte und präzise Maßnahmen“ gegen Einheiten des Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) ergriffen hätten, die laut Washington Seeminen legten und die Schifffahrt im Hormus-Streifen bedrohten. Dies erklärte das Kommando selbst in einer Veröffentlichung im sozialen Netzwerk X, wie RBC-Ukraine berichtet. In der Erklärung wird betont, dass die Angriffe der Schutz von zivilen Seeleuten, der Handelsschifffahrt und des „freien Flusses des Welthandels“ dienten.

Charakter der Angriffe und Position des CENTCOM

Das US-Kommando formulierte seine Position in scharfer Form: „Im Wesentlichen hat der Iran diese Bedrohung geschaffen, und die US-Militärs haben sie beseitigt, um zivile Seeleute, die Handelsschifffahrt und den freien Fluss des Welthandels zu schützen“. Damit unterstreicht Washington den defensiven und „gezielen“ Charakter der Operationen, die der Aufgabe der Sicherung einer der wichtigsten Ölader der Welt untergeordnet sind. Eine Reihe internationaler Medien, darunter DW und BBC, bestätigten, dass es sich um den ersten solchen US-Angriff auf den Iran in mehr als einem Monat handelt.

Antwort Irans und Eskalation des Konflikts

Am Sonntag griffen die US-Militärs erstmals in mehr als einem Monat die iranische Insel Larak in der Nähe des Hormus-Streifens an. Danach, so die vorliegenden Informationen, ging der Iran zu Gegenmaßnahmen über und griff US-Militärziele in Jordanien an. Teheran charakterisierte die US-Angriffe seinerseits als „Akt der Aggression“. Die US-Militärs bezeichneten diese Aussage als unwahr und lehnten die Qualifizierung ihrer Aktionen als aggressiv ab.

Wirtschaftlicher Druck und Position Chinas

Gleichzeitig ignorieren die Weltmärkte laut Bloomberg die neuen US-Drohungen weitgehend und handeln weiterhin mit dem Iran. Der Versuch Washingtons, einen sogenannten „wirtschaftlichen Vormarsch“ zu starten, erwies sich nach Einschätzung des Mediums als wenig wirksam: Eine Schlüsselrolle spielten dabei die Position Chinas und die Unwilligkeit einer Reihe von Verbündeten, die Handelsbeziehungen zu Teheran zu kappen. Dies begrenzt die Druckhebel, über die die US-Regierung im Rahmen des Sanktions- und Wirtschaftskontexts verfügt.

Verhandlungen Katars und die Frage der Entblockade des Streifens

Auf der diplomatischen Ebene führt Katar Verhandlungen mit dem Iran über die Entblockade des Hormus-Streifens. Den Informationen zufolge hat sich Teheran bereit erklärt, eine Liste der Bedingungen für die Wiederherstellung der normalen Schiffsbewegung zu erstellen. Allerdings bleibt der Streifen laut Bloomberg wahrscheinlich weiterhin vermint, trotz der Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump über seine vollständige Räumung. Diese Konstellation deutet darauf hin, dass die Frage der Schifffahrtssicherheit im Streifen offen und ungelöst bleibt.

Widersprüchliche Daten

In den vorliegenden Quellen und Erklärungen der Parteien werden mindestens zwei Unstimmigkeiten festgestellt. Die erste betrifft den Zustand des Hormus-Streifens: Einerseits erklärte Trump von der vollständigen Räumung des Streifens von Minen, andererseits berichtet Bloomberg, dass der Streifen wahrscheinlich weiterhin vermint ist. Die zweite Unstimmigkeit betrifft die Qualifizierung der Angriffe selbst: Das CENTCOM charakterisiert sie als „begrenzte und präzise Maßnahmen“ zur Beseitigung einer vom Iran geschaffenen Bedrohung, während die IRGC und Teheran sie als „Akt der Aggression“ bezeichnen und das US-Kommando die iranische Version daraufhin als unwahr bezeichnet. Beide Versionen sind im Text ohne Bevorzugung einer von ihnen dargelegt.