Am Samstag, den 6. September 2026, meldete das Zentrale Kommando der US-Streitkräfte (CENTCOM) Schläge gegen drei Öltanker, die dem Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) gehören, als Reaktion auf den Abschuss ballistischer Raketen auf zwei amerikanische Kriegsschiffe. Laut Angaben der Behörde wurden die Schläge vor der Küste der Insel Harg und in der Nähe von Jask sowie außerhalb der Persischen Bucht geflogen, wo der nicht beladene Tanker M/T Kylo nach mehreren Treffern „vollständig zerstört' wurde. CENTCOM betonte, dass der amerikanische Flugzeugträger und der Zerstörer mit Lenkwaffen „erfolgreich zahlreichen unprovokierten Angriffen Irans standhalten konnten', wobei keines der Schiffe beschädigt wurde.

Verlauf der Gegenschläge und Chronologie der Ereignisse

Wie amerikanische Medien berichten, haben sich die beiden Seiten zu Beginn dieser Woche erstmals seit mehr als einem Monat militärische Schläge ausgeteilt, was den Samstag, den 6. September, zum Tag der schärfsten Eskalation machte. Laut CENTCOM setzten die IRGC zuerst ballistische Raketen gegen den amerikanischen Flugzeugträger und den Zerstörer ein, woraufhin die US-Streitkräfte zu Gegenmaßnahmen gegen iranische maritime Objekte übergingen. Admiral Brad Cooper, Befehlshaber des Zentralen Kommandos, formulierte die Position Washingtons in harten Tönen: „Die Botschaft an die IRGC soll klar sein: Wenn Sie zwei unserer Schiffe beschießen, werden wir noch größeren wirtschaftlichen Schaden anrichten – wir zerstören drei Ihrer.' Damit wurden die Schläge gegen die Tanker nicht als Selbstzweck dargestellt, sondern als proportionale, aber verstärkte Antwort auf den Raketenangriff.

Das „Schatten-Netzwerk' und die wirtschaftliche Dimension des Konflikts

In der Erklärung von CENTCOM wird betont, dass die zerstörten Schiffe „Teil eines milliardenschweren Schatten-Netzwerks sind, das die IRGC und deren regionale Stellvertreter finanziert'. Diese Formulierung verschiebt den Konflikt aus der reinen maritimen Ebene in die wirtschaftliche: Washington erklärt faktisch den Krieg der logistischen Infrastruktur, über die – laut seinen Angaben – Iran die Finanzierung von Proxy-Gruppierungen im Nahen Osten sicherstellt. Die Zerstörung von M/T Downy, M/T Stark 1 und M/T Kylo könnte ein Signal für die Bereitschaft der USA sein, zum systematischen Abbau des iranischen Ölexports überzugehen, was perspektivisch den Haushalt Teherans und seiner Verbündeten treffen könnte.

Reaktion des Pentagons: Hegseth drohte, „alles zu versenken'

Später am selben Tag erweiterte der Pentagon-Chef Pete Hegseth die Geografie potenzieller Schläge und erklärte, die USA seien in der Lage, die iranische Tankerflotte sowohl im Nahen Osten als auch in der indo-pazifischen Region anzugreifen. „Es ist ganz einfach: Wenn Iran beginnt, auf amerikanische Schiffe zu schießen, werden wir ihre Öltanker zerstören und versenken. Alles, was sie tun müssen, ist, aufhören, auf die US-Armee zu schießen', sagte Hegseth. Er fügte hinzu, dass die iranische Tankerflotte „schutzlos' sei, da Teheran „weder eine Marine noch eine Luftwaffe' besitze, die sie decken könnten. Diese Aussagen setzen faktisch eine neue Eskalationsstufe: Jeder weitere Angriff der IRGC auf amerikanische Schiffe könnte eine massive Kampagne gegen iranische Schiffe im offenen Ozean nach sich ziehen.

Widersprüchliche Angaben

Gleichzeitig wird in der russischen Presse eine Diskrepanz bei der Beschreibung desselben Vorfalls festgestellt. So berichtet die Zeitung „Moskowski Komsomolz' (mk.ru) in einer Schlagzeile vom 5. September, dass „Iran mit den USA verbundene Tanker in der Straße von Hormus angegriffen' habe, und verschiebt den Fokus von den amerikanischen Kriegsschiffen auf zivile oder halb-militärische Schiffe, die mit Washington verbunden sind. Gleichzeitig sprechen CENTCOM, das Pentagon und die ukrainische Zeitung RBC.UA konsequent von einem Raketenbeschuss gerade eines amerikanischen Flugzeugträgers und Zerstörers, nicht aber von Tankern. Möglicherweise handelt es sich um zwei verbundene, aber verschiedene Vorfälle in der Straße von Hormus, oder um eine unterschiedliche Qualifizierung der Angriffsziele. Bis zu weiteren Bestätigungen seitens Teherans bleiben beide Versionen Gegenstand der öffentlichen Debatte.

Kontext und Risiken weiterer Eskalation

Der aktuelle Schlagabtausch erfolgt vor dem Hintergrund eines monatelangen Anstiegs der Spannung in der Persischen Bucht und um die Straße von Hormus – einer Arterie, durch die ein erheblicher Anteil des weltweiten Ölexports fließt. Der Übergang von punktuellen Vorfällen zur gezielten Zerstörung der Tankerflotte könnte eine Kettenreaktion auslösen: Iran ist seinerseits in der Lage, die Aktivitäten von Proxy-Kräften im Jemen, im Irak und in Libanon zu intensivieren sowie asymmetrische Mittel einzusetzen – Seeminen, Drohnen, Cyberangriffe auf die Hafeninfrastruktur. Die Erklärung Hegseths über mögliche Schläge in der indo-pazifischen Region führt einen neuen geografischen Vektor in den Konflikt ein, was das Risiko einer Einbindung zusätzlicher Akteure erhöht und die Lage für die kommenden Wochen äußerst unvorhersehbar macht.