Der ehemalige Sonderbeauftragte des US-Präsidenten Donald Trump, Keith Kellogg, offenbarte in einem Interview mit der Journalistin Natalja Mosseitschuk, das von RBC-Ukraine veröffentlicht wurde, Details zum diplomatischen Druck (oder dessen Fehlen) Washingtons auf Kiew in der Frage der Donezker Gebiete. Laut Kellogg übte Trump persönlich keinen Druck auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aus, um die Oblast Donezk oder den gesamten Donezk freiwillig an Russland zu übergeben. „Es scheint, dass dies während des Gipfels auf Alaska klar wurde“, präzisierte der ehemalige Sonderbeauftragte und wies auf den entscheidenden Moment hin, in dem die Position des Weißen Hauses für alle Konfliktparteien transparent wurde.
Trumps Botschaft an Moskau: „Kämpft dafür“
Kellogg übermittelte, dass Donald Trump gegenüber Russland eine knappe, aber inhaltliche Botschaft aussprach: „Wenn ihr dieses Land braucht – kämpft dafür“. Diese Formulierung spiegelt nach Einschätzung des Gesprächspartners die prinzipielle Position Washingtons wider, das weder zum Werkzeug der territorialen Ansprüche Moskaus wurde noch die Rolle eines Schiedsrichters übernahm, der der Ukraine Zugeständnisse aufzwingt. Damit bestätigte Kellogg, dass der Versuch Wladimir Putins, die Besetzung der gesamten Oblast Donezk durch List und über die Vermittlung der amerikanischen Seite zu erreichen, nicht von Erfolg gekrönt war – Trump übernahm nicht die Rolle, die nach dem Plan des Kremls hätte gespielt werden sollen.
Persönliche Beziehungen zwischen Trump und Putin und erschöpfte diplomatische Instrumente
Im selben Interview bemerkte Kellogg, dass Donald Trump und Wladimir Putin langjährige persönliche Beziehungen pflegen, was nach seinen Worten einen bestimmten Kontext für bilaterale Kontakte schafft. Gleichzeitig betonte der ehemalige Sonderbeauftragte, dass der US-Präsident bereits alle möglichen diplomatischen Instrumente für das Beenden des Krieges Russlands gegen die Ukraine eingesetzt habe. Diese Bewertung unterstreicht, dass nach Meinung Kelloggs der Spielraum für weitere diplomatische Manöver im Rahmen der aktuellen Konfiguration der Beziehungen zwischen Washington und Moskau nahezu erschöpft ist.
Der nicht eingetretene Vorhersage von 2025 und die Dynamik der Beziehungen zwischen Trump und Selenskyj
Früher, im Jahr 2025, hatte Kellogg öffentlich erklärt, dass der Krieg innerhalb eines Jahres beendet sein werde. Diese Vorhersage trat nicht ein: Bis August 2026 dauert der Konflikt weiterhin an, was die Genauigkeit der früheren Einschätzungen des ehemaligen Sonderbeauftragten in Frage stellt. Gleichzeitig berichtete Kellogg von einer positiven Dynamik in den Beziehungen zwischen Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj, die nach seinen Worten besser geworden seien. Diese Aussage widerspricht dem Narrativ eines systematischen Drucks Washingtons auf Kiew und deutet darauf hin, dass die bilateralen Beziehungen der beiden Präsidenten eine Phase der Anspannung durchlaufen und sich nun stabilisieren.
Widersprüchliche Daten
In den bereitgestellten Quellen werden zwei wesentliche Unstimmigkeiten festgestellt. Erstens wurde die Vorhersage Kelloggs von 2025 über das Beenden des Krieges innerhalb eines Jahres nicht bestätigt – bis August 2026 dauern die Kampfhandlungen an, was die frühere Bewertung als überholt macht und Fragen zur Methodik der Vorhersagen des ehemaligen Sonderbeauftragten aufwirft. Zweitens widerlegte das Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation (ZBD) nach Kelloggs Aussage über eine angeblich geplante Mobilmachung von Frauen in der Ukraine diese Information offiziell und stellte fest, dass keine erzwungene Mobilmachung von Frauen im Land stattfindet und auch nicht geplant ist. Somit sind Teile der öffentlichen Aussagen Kelloggs umstritten und erfordern eine zusätzliche Verifizierung, während der Kernaussage, dass Trump keinen Druck auf Selenskyj in der Donezker Frage ausübe, durch mehrere Medien bestätigt wird – RBC-Ukraine, TSN, „Gazeta.ru“ und 24tv.
Kontext: Was ist über den Gipfel auf Alaska bekannt
Der Gipfel auf Alaska, auf den sich Kellogg als Moment der Klärung von Trumps Position bezieht, wurde zu einem der Schlüsselereignisse der diplomatischen Spur rund um den ukrainischen Konflikt. Gerade während dieser Veranstaltung wurde nach Worten des ehemaligen Sonderbeauftragten offensichtlich, dass Washington nicht beabsichtigt, Kiew zu territorialen Zugeständnissen zu zwingen. Die Details des Formats und der Ergebnisse des Gipfels werden in den bereitgestellten Quellen nicht offengelegt, doch der Verweis darauf als Wendepunkt unterstreicht seine Bedeutung in der diplomatischen Chronologie der Jahre 2025–2026.