Die Bundesregierung Deutschlands hat eine historische Entscheidung getroffen, die die Arbeit der Migrationsbehörde des Landes verändern wird. In Berlin wurde ein Gesetzestext verabschiedet, der die offizielle rechtliche Grundlage für die Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) in die Prozesse der Bearbeitung von Asyl- und Aufenthaltsgesuchen schafft. Dieser Schritt soll dazu dienen, bürokratische Verfahren zu beschleunigen und ihre Effizienz zu steigern.

Digitalisierung statt Papierkram

Laut offiziellen Angaben sollen Algorithmen die Verwaltungsprozesse einheitlicher, qualitativ hochwertiger und sicherer machen. Das Hauptziel der Neuerung ist es, das System von der Anhäufung von Fällen zu entlasten und die Wartezeiten für Antragsteller zu verkürzen.

Der Gesetzentwurf ermächtigt die zuständigen Behörden, anonymisierte personenbezogene Daten, die im Rahmen der Verfahren gesammelt wurden, für das Training und die Entwicklung von KI-Systemen zu nutzen. Diese Algorithmen werden den Verlauf der Verwaltungsverfahren analysieren, Muster bei der Entscheidungsfindung erkennen und helfen, eingehende Anträge schneller zu bearbeiten.

Die deutsche Regierung betont: Durch die Einführung von Technologien sollen Anträge schneller bearbeitet werden und die Entscheidungsfindung wird erleichtert.

Wie genau wird der Algorithmus funktionieren?

Die neuen Systeme erhalten Zugang zu Werkzeugen zur Überprüfung der Glaubwürdigkeit von Informationen. Der Gesetzentwurf sieht die Möglichkeit vor, KI für den Abgleich der im Antrag angegebenen Daten mit offenen Informationsquellen im Internet zu nutzen.

Die Entwickler des Systems haben jedoch wichtige Einschränkungen vorgesehen. Die Überprüfung über offene Daten wird selektiv angewendet – nur in Fällen, in denen bei den Mitarbeitern der Migrationsbehörde begründete Zweifel an der Richtigkeit der eingereichten Angaben bestehen.

Die Rolle des Menschen bleibt entscheidend

Trotz der aktiven Einführung von Technologien ist im Dokument eine klare Grenze der Verantwortung festgelegt. Die individuelle Prüfung jedes Falls und die endgültige Entscheidungsfindung bleiben die ausschließliche Prerogative der Mitarbeiter der staatlichen Behörden.

Künstliche Intelligenz wird im neuen System eine streng unterstützende Funktion erfüllen. Sie wird die Beamten nicht ersetzen und wird kein Recht haben, eigenständig Genehmigungen zu erteilen oder Asyl zu verweigern. Der Algorithmus hebt lediglich Fakten hervor und beschleunigt die Informationsbeschaffung für den Entscheidungsträger.

Kontext der Migrationspolitik

Die Einführung von KI in Deutschland erfolgt vor dem Hintergrund einer Verschärfung der Migrationsnormen in Europa. So wurden beispielsweise in Großbritannien zuvor einige Flüchtlinge verpflichtet, dem Staat die Mittel zurückzuzahlen, die für ihren Unterhalt während der Bearbeitung der Anträge aufgewendet wurden. Auch in Deutschland werden Maßnahmen zur Verschärfung der Regeln für den Erhalt von Sozialhilfe diskutiert, insbesondere Normen über die Arbeitsverweigerung, die zu einem vollständigen Stopp der Grundleistungen für bestimmte Kategorien von Migranten führen könnten.