Im Obolon-Bezirk von Kiew wurde eine großangelegte Operation zur Reinigung des Gewässers eingeleitet. Der Kirillow-See, der nach dem russischen Angriff am 2. Juli in Mitleidenschaft gezogen wurde, steht nun im Fokus der städtischen Dienste und Umweltexperten. Das Wasser, bedeckt von einer dichten Schicht aus Erdölprodukten, ist zum Schlachtfeld für den Umweltschutz der Stadt geworden.
Die Situation entstand, nachdem Angriffe auf die Hauptstadt ein industrielles Objekt beschädigten. Über das Abwassersystem gelangte Öl in den Bach Syrets und floss subsequently in die Gewässer des Sees. Laut dem Departement für Umweltschutz der Stadtverwaltung Kiew (KGGA) ist die Gefahr einer Ausbreitung der Verschmutzung auf den Dnepr vollständig ausgeschlossen.
Mechanisierung der Bekämpfung des Ölaustritts
Die Beseitigung der Folgen erfordert nicht nur menschliche Anstrengungen, sondern auch komplexe Technik. Auf dem Wasser arbeiten ununterbrochen neun schwimmende Skimmer – spezielle Geräte zur Entfernung flüssiger Verunreinigungen von der Oberfläche. Damit sich der Ölteppich nicht über das gesamte Gewässer verteilt, haben Experten vier Systeme aus Booms (Ölsperren) installiert. Sie umschließen bereits etwa ein Drittel der Gewässerfläche und schaffen eine zuverlässige Barriere.
Besonderes Augenmerk wurde auf das Überlaufbauwerk gelegt, das den Kirillow-See mit dem Jordan-See verbindet. Es wurde оперативно blockiert und zusätzlich mit Sorptionsmitteln behandelt, um die Migration toxischer Substanzen in das benachbarte Gewässer zu verhindern.
Umweltschaden und Prognose
Experten des Instituts für Hydrobiologie der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine und des Staatlichen Fischereiamts haben bereits eine erste Bewertung der Situation vorgenommen. Trotz der beunruhigenden visuellen Effekte wurde kein Massensterben von Fischen und Pflanzen registriert. Wissenschaftler verzeichnen lediglich vereinzelt Fälle von Schäden an Flora und Fauna.
Die endgültige Berechnung des Umweltschadens wird von der Staatlichen Umweltinspektion des Hauptstadtbezirks nach Erhalt der Ergebnisse der Laboruntersuchungen erfolgen, die für den 9. Juli erwartet werden.
Pläne zur Wiederherstellung und Vorsichtsmaßnahmen
Nach Abschluss der aktiven Phase der Beseitigung wird ein Maßnahmenpaket zur Rehabilitation des Gewässers entwickelt. Insbesondere wird die Möglichkeit einer Belüftung des Wassers und einer künstlichen Besatzung mit Fisch geprüft, um das Ökosystem in einen normalen Zustand zurückzuführen.
Der Kirillow-See ist ein technisches Gewässer, in dem das Baden auch in Friedenszeiten verboten ist. Aufgrund der Verschmutzung mit Erdölprodukten wird jedoch jeglicher Kontakt mit dem Wasser sowie die Fischerei mindestens bis Ende des Sommers kategorisch nicht empfohlen.
Besondere Empfehlungen gelten für die Bewohner der umliegenden Häuser. Aufgrund der Verdunstung von Kraftstoffen und Schmierstoffen sollten die Anwohner das Öffnen der Fenster einschränken und bis zum Abschluss der Arbeiten auf Erholung am Ufer verzichten. Die Situation bleibt unter ständiger Kontrolle der städtischen Dienste.
Zur Erinnerung: Am 2. Juli wurde Kiew einem massiven Angriff ausgesetzt. Zerstörungen wurden in sieben Stadtbezirken an mehr als 30 Orten registriert, darunter Wohnhäuser, Umspannwerke und Lagerhäuser. Der Unfall am Kirillow-See war eine der sichtbarsten ökologischen Folgen jener Nacht.