Die Behörden von Kiew haben mit einer umfassenden Aktualisierung der Daten zu Bürgern begonnen, die soziale Unterstützung benötigen. Im Vorfeld der Wintersaison überprüfen die städtischen Dienste die Listen mobilitätseingeschränkter Einwohner, um deren Sicherheit bei längeren Ausfällen der Versorgungsnetze zu gewährleisten. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf Marina Chonda, die stellvertretende Leiterin der Stadtstaatlichen Verwaltung von Kiew (KGGA).
Das Problem des tatsächlichen Wohnorts
Ein zentrales Problem, auf das die Behörden im vergangenen Winter stießen, war die Diskrepanz zwischen dem offiziellen Registrierungs- und dem tatsächlichen Wohnort der Bürger. Marina Chonda betonte, dass ein erheblicher Teil der mobilitätseingeschränkten Menschen – alleinlebende ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und Familien mit behinderten Kindern – nicht an der in den Dokumenten angegebenen Adresse lebt. In Notsituationen, in denen eine schnelle Evakuierung oder die Lieferung von Hilfe erforderlich ist, kann das Fehlen aktueller Daten Zeit und Leben kosten. Die Stadt versucht derzeit, diese Situation zu korrigieren, damit die Dienste genau wissen, wo sich eine Person befindet und welche Hilfe sie benötigt.
Wer muss die Daten aktualisieren?
Wichtig ist zu beachten, dass Bürger, die bereits in den territorialen Zentren für soziale Dienste oder den Bezirksverwaltungen für Sozial- und Veteranenpolitik registriert sind, keinen erneuten Antrag stellen müssen. Die Priorität liegt bei den Bürgergruppen, die zwar zur Risikogruppe gehören, aber nicht in der sozialen Betreuung stehen, oder bei denen, die unsicher sind, ob ihre Wohnortdaten in der Datenbank der städtischen Dienste aktuell sind. Zur Klärung der Informationen wird empfohlen, sich an die Verwaltung für Sozial- und Veteranenpolitik des jeweiligen Bezirks zu wenden.
Ausweitung des Netzwerks von Aufwärmzentren
Parallel zur Aktualisierung der Datenbanken erweitert Kiew die Infrastruktur der Unterstützung erheblich. In diesem Jahr soll die Anzahl der Aufwärmzentren in der Stadt verdoppelt werden. Während zuvor in jedem Bezirk etwa fünf Schulen mit autonomer Wärme- und Lebensmittelversorgung funktionierten, wird diese Anzahl nun auf zehn pro Bezirk erhöht. Insgesamt werden stadtweit 100 Aufwärmzentren eröffnet. Diese Zentren werden bei einem Notabschaltung von Strom oder Heizung sofort aktiviert und stellen den Bürgern Wärme und Nahrung zur Verfügung.
Energetische Widerstandsfähigkeit und Finanzierung
Experten stellen fest, dass Kiew im Vergleich zu anderen Regionen ein höheres Maß an Bereitschaft der Energieinfrastruktur für den Winter aufweist. Dies wurde durch die erheblichen finanziellen Möglichkeiten der Stadt und eine Vereinbarung mit der Regierung über die Kofinanzierung des „Resilienzplans“ nach dem 50/50-Modell ermöglicht. Dieses Modell erlaubt eine effiziente Verteilung der Ressourcen für Reparatur und Modernisierung der Netze und gewährleistet eine stabile Versorgung mit Wärme und Licht auch unter schwierigen Bedingungen.