Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hat mitgeteilt, dass in den vergangenen zwei Jahren in der Hauptstadt umfassende Sanierungen von Schutzräumen in 76 Bildungseinrichtungen durchgeführt wurden. Seinen Angaben zufolge ist das Hauptziel der Arbeiten, den Präsenzunterricht für Kinder in einer Zeit zu ermöglichen, in der Luftalarme zu einem regelmäßigen Bestandteil des Alltags geworden sind. Dies schrieb das Stadtoberhaupt auf seinem Telegram-Kanal, wie die Agentur RBC-Ukraine berichtete.
Umfang des Sanierungsprogramms
Nach Angaben von Klitschko laufen derzeit die Sanierungsarbeiten an Schutzräumen in weiteren 33 Bildungseinrichtungen Kiews. Somit umfasst das Gesamtprogramm mindestens 109 Schulen und Kindergärten, in denen Schutzbauten an die Anforderungen des Unterrichtsprozesses angepasst werden oder bereits angepasst wurden. Der Bürgermeister betonte, alle Anstrengungen seien darauf gerichtet, Kindern dort Präsenzunterricht zu ermöglichen, wo es die Sicherheitsbedingungen erlauben.
Neue Gebäude mit doppeltem Verwendungszweck
Neben der Instandsetzung bestehender Schutzräume wurden in Kiew im selben Zeitraum neun neue Gebäude mit doppeltem Verwendungszweck und einer Gesamtkapazität von 4.781 Plätzen errichtet. Laut Klitschko ist für dieses Jahr die Fertigstellung von vier weiteren Objekten mit 1.774 Plätzen geplant. Die gesamte projektierte Kapazität aller neu gebauten und im Bau befindlichen Schutzräume wird mehr als 6.500 Personen betragen.
Beispiel aus dem Rajon Solomjanka
Um die Ergebnisse des Programms zu veranschaulichen, zeigte Klitschko am Beispiel einer Schule im Rajon Solomjanka, wie ein saniertes Schutzraum aussieht. Seinen Worten nach war der Raum vor der Renovierung nicht für den Unterrichtsprozess geeignet — man konnte dort lediglich den Luftalarm abwarten. Nach der Generalüberholung bietet der 600 Quadratmeter große Schutzraum einen vollwertigen Lernbereich. Der Raum ist für 600 Personen ausgelegt, und alle 353 Schüler der Schule haben nun die Möglichkeit, im Präsenzunterricht zu lernen. Gleichzeitig wurden in diesem Gebäude die Kantine und die Turnhalle renoviert.
Kontext: Übergang zum Präsenzformat
Klitschko wies darauf hin, dass derzeit 55% der Schüler in Kiew in Präsenz unterrichtet werden. Zuvor hatte das Ministerkabinett der Ukraine neue Regeln für Schulen zur Organisation des Unterrichts während längerer Luftalarme genehmigt, was ebenfalls darauf abzielt, den Übergang zum Fernunterricht zu minimieren. Die vorgelegten Zahlen und Beispiele zeigen, dass das Programm zur Modernisierung der Schulinfrastruktur in Kiew einen systematischen Charakter hat und sowohl die Instandsetzung bestehender Schutzräume als auch die Errichtung neuer Anlagen umfasst.