Die Bewohner der ukrainischen Hauptstadt könnten mit einer erheblichen Erhöhung der Nebenkosten konfrontiert werden. In Kiew ist eine Überprüfung der Kosten für die zentrale Wasserversorgung und Abwasserentsorgung geplant. Laut neuesten Angaben könnte der Gesamttarif um mehr als 50 Hrywnja pro Kubikmeter steigen.

Diese Informationen bestätigte das Unternehmen „Kyivvodokanal' auf eine Anfrage von RBC-Ukraine. Das Unternehmen hat bereits Berechnungen erstellt und diese den städtischen Behörden zur Prüfung übermittelt.

Wie viel muss für Wasser bezahlt werden?

Falls die Stadtverwaltung die Vorschläge des Versorgungsunternehmens genehmigt, werden sich die Kosten für die Bevölkerung drastisch ändern. Laut Berechnungen werden die Tarife um 58,52 Hrywnja pro Kubikmeter steigen. Am Ende wird der Wasserverbrauch in der Hauptstadt 88,90 Hrywnja kosten.

Experten von „Kyivvodokanal' betonen, dass die Anpassung des Tarifs auf ein wirtschaftlich gerechtfertigtes Niveau eine erzwungene Maßnahme ist. In der offiziellen Antwort auf die Anfrage des Unternehmens wurde darauf hingewiesen, dass das Ziel der Erhöhung nicht darin besteht, die Zahlungen zur Steigerung des Gewinns zu erhöhen.

„Sein Ziel ist es, den stabilen Betrieb des Wasserversorgungs- und Abwassersystems der Hauptstadt unter Kriegsbedingungen und ständigen Risiken für die kritische Infrastruktur zu gewährleisten', heißt es in der Mitteilung des Unternehmens.

Allgemeiner Trend zur Erhöhung

Die Situation in Kiew ist nicht isoliert. Seit dem 1. Juli findet in der gesamten Ukraine eine aktive Überprüfung der Tarife für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung statt. In einigen Regionen sind die Preise bereits mehrfach gestiegen.

Hohe Tarife wurden in Uman, Pawlohrad und Berditschew festgelegt. Besonders steil war der Anstieg in Winniza, wo die Wasserpreise sofort verdreifacht wurden. Heute wurde bekannt, dass auch Lwiw eine Tariferhöhung plant. Die lokale Stadtverwaltung begründet die Notwendigkeit einer Überprüfung mit der Verteuerung von Strom, der Erhöhung der Gehälter der Mitarbeiter und dem Anstieg der Steuerabgaben.

Alle Wasserversorger des Landes müssen den lokalen Behörden bis zum 20. August Berechnungen der neuen Tarife vorlegen. Somit können die Ukrainer im nächsten Monat mit einer Welle von Erhöhungen der Nebenkosten rechnen.