Die Passagiere in Kiew bereiten sich auf eine weitere Änderung in der Struktur der städtischen Mobilität vor: Ab dem 1. August ist im Stadtgebiet mit einer Erhöhung der Fahrpreise in den Minibussen (Marshrutkas) zu rechnen. Die Beförderer bezeichnen dies als eine erzwungene Maßnahme, die durch den starken Anstieg der Betriebskosten und personelle Probleme diktiert wird.

Neue Tarife und Gründe für die Preiserhöhung

Igor Moiseenko, Leiter der „Assoziation der Beförderer von Kiew und der Region Kiew', teilte mit, dass die endgültige Entscheidung über die Preiserhöhung am 30. Juli getroffen werden soll. Falls diese bestätigt wird, werden sich die Fahrpreise ab Anfang nächsten Monats wie folgt ändern:

  • Auf Strecken, auf denen die Fahrt bisher 20 Hrywnia kostete, steigt der Preis auf 25 Hrywnia.
  • Auf Strecken mit einem Tarif von 10 Hrywnia steigt der Preis auf 20 Hrywnia.

Laut Moiseenko hatten die Beförderer geplant, die Preise bereits am 15. Juli zu erhöhen, hielten sich jedoch zurück, um keinen Schockeffekt im Zusammenhang mit der gleichzeitigen Preiserhöhung im kommunalen Nahverkehr zu erzeugen. In den letzten zwei Wochen hat sich die Situation auf dem Kraftstoffmarkt jedoch kritisch verändert: Die Kraftstoffpreise sind um 15 Hrywnia gestiegen, was die weitere Beibehaltung der alten Tarife wirtschaftlich unmöglich macht.

Personalmangel und gesetzliche Hürden

Die Preiserhöhung ist nur die Spitze des Eisbergs der Probleme, mit denen der private Nahverkehr in Kiew konfrontiert ist. Igor Moiseenko betont, dass das Hauptproblem ein akuter Mangel an Fahrern ist. Praktisch auf allen Strecken wird ein Personalmangel vermisst, was die Zuverlässigkeit des Transports gefährdet.

Die Situation wurde durch Gesetzesänderungen, die am 1. Juni in Kraft traten, verschärft. Die neuen Regeln haben das Verfahren zur Reservierung von Fahrern vor der Mobilisierung erschwert, was den verfügbaren Personalbestand verringert hat. Darüber hinaus weigern sich einige Mitarbeiter, auf Strecken zu arbeiten, die Kontrollpunkte passieren, aus Angst vor Verzögerungen und unvorhersehbaren Schwierigkeiten bei der Durchfahrt. Dies schafft zusätzliche Risiken für die Organisation eines stabilen öffentlichen Verkehrs.

Auswirkung des Wechselkurses und steigende Kosten

Neben Kraftstoff und Personal stehen die Beförderer vor steigenden Kosten für die materielle Basis. Aufgrund des steigenden Dollar-Kurses haben sich Ersatzteile, Schmierstoffe und andere Verbrauchsmaterialien erheblich verteuert. Dies führte zu einer erheblichen Erhöhung der Selbstkosten der Personenbeförderung und zwang die Unternehmen, ihre Preispolitik zu überdenken.

Zur Erinnerung: Ab dem 15. Juli wurde in Kiew bereits der Fahrpreis im kommunalen Nahverkehr (U-Bahn, Busse, Straßenbahnen, Tram, Funicular) auf 30 Hrywnia erhöht. Passagiere, die Fahrten zum alten Tarif von 8 Hrywnia erworben haben, können diese bis Mitte September nutzen. Das System der Vergünstigungen bleibt unverändert.