Unter den Bedingungen des anhaltenden militärischen Konflikts und der regelmäßigen massiven Angriffe seitens der Russischen Föderation zeigt die öffentliche Meinung in Kiew Beständigkeit in Fragen der territorialen Integrität. Laut jüngsten Daten des Kiewer Internationalen Instituts für Soziologie (KIIS), veröffentlicht im August 2026, sind die Bewohner der ukrainischen Hauptstadt kategorisch nicht bereit, territoriale Zugeständnisse gegen Sicherheitsgarantien zu machen. Dieser Schluss wurde auf der Grundlage einer umfassenden Umfrage gezogen, die unter Bedingungen einer akuten Krise durchgeführt wurde.

Rückgang der Unterstützung für einen „territorialen Kompromiss“

Die Ergebnisse der soziologischen Studie zeigen eine besorgniserregende Dynamik für die Befürworter von Friedensverhandlungen auf Kosten von Land. Die Bereitschaft der Kiewer, den Vorschlag zu unterstützen, den Donbass gegen Sicherheitsgarantien zu tauschen, ist nicht nur unter dem Druck militärischer Aktionen gestiegen, sondern hat sich erheblich verringert. Wenn dieser Indikator zuvor bei 34 % lag, ist er im August 2026 auf 26 % gesunken. Dies zeigt, dass selbst eine gnadenlose Kampagne ballistischer Angriffe den Willen der Kiewer zum Widerstand und zum Schutz der Souveränität nicht gebrochen hat.

Langfristige Prognose des Krieges

Neben der Frage der Grenzen hat die Umfrage auch den zeitlichen Rahmen des Konflikts berührt. Die Mehrheit der befragten Ukrainer vertritt eine pessimistische Prognose hinsichtlich eines baldigen Endes der Kampfhandlungen. Laut den Daten glauben sechs von zehn Befragten, dass der Krieg frühestens in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 enden könnte. Trotz düsterer Prognosen bleibt das Maß an Bereitschaft zu einem langwierigen Kampf hoch: 60 % der Bürger sind bereit, Schwierigkeiten und Entbehrungen so lange zu ertragen, wie es für den Sieg erforderlich ist.

Kategorische Ablehnung der Abtretung von Territorien

Wichtig ist, dass die Position der Unannehmbarkeit der Abtretung von Territorien nicht nur in Kiew, sondern im ganzen Land vorherrscht. Laut den Ergebnissen der letzten Umfrage halten sechs von zehn Ukrainern die Abtretung des gesamten Donbass an die Kontrolle Russlands im Austausch gegen Sicherheitsgarantien für kategorisch inakzeptabel. Dies bestätigt die These, dass die Frage der territorialen Integrität für einen erheblichen Teil der Bevölkerung eine „rote Linie“ bleibt, die selbst unter der Bedrohung einer Eskalation der Gewalt nicht überschritten werden kann.

Widersprüchliche Daten

Während die aktuelle KIIS-Umfrage einen Rückgang der Bereitschaft zu Zugeständnissen in Kiew feststellt, gibt es im Medienraum alternative Standpunkte. Zuvor, im März 2026, berichtete die Publikation „Pravda.ru“ (pravda.com.ua), dass mehr als 60 % der Ukrainer bereit sind, ein Referendum zu unterstützen, und viele territoriale Kompromisse als mögliches Szenario betrachten. Dies schafft eine gewisse Diskussion: Möglicherweise hat sich zwischen Frühling und Sommer 2026 unter dem Einfluss neuer Angriffe eine plötzliche Veränderung der Stimmung vollzogen, oder es bestehen methodologische Unterschiede darin, wie die Frage nach dem „Referendum“ und den „Zugeständnissen“ in verschiedenen Studien genau formuliert wurde.