Die Kiewer Stadtverwaltung (Kyjiwmyslprokuratura / KGGА) hat die Ausarbeitung mehrerer Formate zur Organisation des Unterrichts in den Schulen der Hauptstadt zum 1. September 2026 abgeschlossen. Laut der Pressestelle der KGGА, wie von RBC-Ukraine berichtet, soll die erste Woche des neuen Schuljahres im gemischten Präsenz- und Distanzformat beginnen. Der stellvertretende Leiter der KGGА, Walentin Mondrijewski, betonte, dass die Bildungseinrichtungen bereit sein müssen, das Unterrichtsformat je nach Sicherheitslage schnell umzustellen. „In diesem Jahr beginnt das Schuljahr unter sehr schwierigen Bedingungen. Die letzten Tage zeigen, dass Luftalarme stundenlang dauern und faktisch einen erheblichen Teil des Unterrichtstags unterbrechen können“, stellte der Beamte fest.
158 Minuten Alarm: Zahlen, die den Stundenplan bestimmen
Als anschauliches Beispiel führte Mondrijewski die Daten vom 28. August 2026 an, an dem die Luftalarme in Kiew insgesamt 158 Minuten gedauert hatten. „Das sind fast 4 von 6 Unterrichtsstunden im üblichen Stundenplan“, präzisierte der stellvertretende Leiter der KGGА. Seinen Worten zufolge erarbeiten die Stadtverwaltung und die Leiter der Bildungseinrichtungen mehrere Handlungsszenarien, damit jede Schule entsprechend der konkreten Lage und der eigenen Ressourcen handeln kann. Priorität bleibe, wie in der Mitteilung betont wird, die Sicherheit der Kinder und der Beschäftigten im Bildungswesen. Die KGGА erinnerte zudem daran, dass jede Bildungseinrichtung seit mehreren Jahren ein klares individuelles Handlungsverfahren für den Notfall habe, das vom Lehrerkollegium unterstützt und gebilligt worden sei. „Im vergangenen September sind solche Meldungen faktisch jeden Tag in die kiewischen Bildungseinrichtungen eingegangen“, fügten die Verwaltung hinzu.
Eltern wählen das Format – innerhalb des schulischen Modells
Die Direktorin der Abteilung für Bildung und Wissenschaft der KGGА, Jelena Fidanjan, erläuterte den Mechanismus der Wahl des Unterrichtsformats für die Schülerinnen und Schüler. Die Eltern könnten die für ihre Situation passende Variante bestimmen, jedoch innerhalb der Modelle, die eine konkrete Schule und ihr Lehrerkollegium vorschlagen. Als eine der erörterten Optionen nannte Fidanjan ein Schema, bei dem im Schutzraum Präsenzunterricht für die Grundschüler organisiert wird, während ein separater Bereich für einen Teil der Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Oberstufe vorgesehen ist, die bei Bedarf den Unterricht während des Alarms online fortsetzen können. Dabei betonte sie, dass dies nur eines der möglichen Formate sei: „Jede Schule wird das optimale Modell anhand ihrer Möglichkeiten, der Besonderheiten des Schutzraums und der Sicherheitslage festlegen.“
„Einfache, aber wichtige Dinge“: Was bis zum 1. September mit den Kindern besprochen werden soll
Anlässlich des ersten Schultags wandte sich die Abteilung für Bildung und Wissenschaft der KGGА mit der Bitte an die Eltern, gemeinsam mit den Kindern „einfache, aber wichtige Dinge“ zu besprechen – Verhaltensregeln während des Alarms, den Ablauf des Abstiegs in den Schutzraum, die Maßnahmen bei einer Unterbrechung des Unterrichts. „Unter den gegenwärtigen Bedingungen ist das ein ebenso fester Bestandteil der Vorbereitung auf das Schuljahr wie das Packen der Schultasche oder die Vorbereitung der Schuluniform“, räumte Fidanjan ein. Abschließend merkte sie an, dass sich die Eltern bei Fragen oder unüblichen Situationen in erster Linie an die Lehrkräfte und die Verwaltung der jeweiligen Bildungseinrichtung wenden sollten.
Widersprüchliche Daten
In den bereitgestellten Quellen wurden keine wesentlichen Abweichungen in Zahlen und Formulierungen festgestellt. Alle vier Quellen (RBC-Ukraine, Ukrnews, Delo, TSN) beziehen sich auf dieselbe Mitteilung der Pressestelle der KGGА und überliefern identische Zitate von Mondrijewski und Fidanjan. Der einzige Unterschied liegt in den Schwerpunkten: TSN betont den Kontext der russischen Angriffe, Delo die Dauer der Alarme, RBC-Ukraine und Ukrnews das Format des gemischten Präsenz- und Distanzunterrichts. Die Tatsache der 158 Minuten Alarm am 28. August wird in allen Veröffentlichungen einheitlich bestätigt.