Die Kiewer Stadtverwaltung (KGGА) erklärte offiziell, dass im Winter keine Evakuierung von Hunderttausenden Einwohnern der Hauptstadt geplant sei. Laut RBC-Ukraine, unter Berufung auf eine Erklärung der KGGА, erwägen die Behörden andere Maßnahmen zur Vorbereitung auf die Heizsaison, darunter gezielte Unterstützung bestimmter Bevölkerungsgruppen. Die Beamten betonten, dass die aktuelle Arbeit einen möglichen vorübergehenden Umzug einzelner Personen im Krisenfall betreffe und nicht die Massenverlegung der Bevölkerung.
Evakuierung oder vorübergehender Umzug: Streit um die Terminologie
Die KGGА rief Medien und Bürger dazu auf, die korrekte Terminologie zu verwenden, und betonte, dass „Evakuierung' und „vorübergehender Umzug' unterschiedliche Verfahren seien. Die stellvertretende Leiterin der KGGА, Maryna Chonda, merkte an, dass es unangemessen sei, die Vorbereitungsmaßnahmen als „Evakuierung von 200.000 Kiewern' zu bezeichnen, da dies den Inhalt der Arbeit durch sensationelle Schlagzeilen ersetze, die Menschen in die Irre führen könnten. Nach ihren Worten werde die Stadt gemeinsam mit den Bezirksverwaltungen Orte für den vorübergehenden Aufenthalt einrichten und dies sowie die Anzahl der Plätze und die Aufenthaltsbedingungen auf den offiziellen Seiten der KGGА mitteilen.
Freiwilligkeit der Entscheidung und Statistik des vergangenen Winters
Ein zentraler Grundsatz, den die Verwaltung betont, ist die Freiwilligkeit: Der Umzug erfolgt ausschließlich mit der Zustimmung der betreffenden Person oder deren gesetzlichen Vertreters. Chonda erinnerte daran, dass im vergangenen Winter mehr als 3.000 Fälle registriert wurden, in denen Menschen von einem vorübergehenden Umzug absahen, obwohl ein vorbereiteter Platz und ein Transportmittel zur Verfügung standen. Sie wies auch darauf hin, dass die Zahl derer, die den Wunsch nach einem vorübergehenden Umzug äußern, „sich noch ändern kann, insbesondere während der Heizsaison'. Für die meisten Einwohner sei laut Einschätzung der KGGА die Lösung nicht der Umzug, sondern die verstärkte Unterstützung am Wohnort.
Widersprüchliche Angaben
In der öffentlichen Debatte besteht ein erheblicher Widerspruch in den Darstellungen. Einerseits taucht in manchen Medienüberschriften die Formulierung von der „Evakuierung von 200.000 Kiewern' auf; andererseits widerspricht die KGGА einem solchen Charakter der Maßnahmen ausdrücklich und verweist auf den freiwilligen vorübergehenden Umzug einzelner Personen, wobei die Zahl derer, die bereit sind, umzuziehen, nach Worten der Beamtin noch gebildet wird und sich ändern kann. Einen zusätzlichen Kontrast liefert der regionale Kontext: In der Oblast Donezk, so Quellen, geht die Zwangsevakuierung von Familien mit Kindern weiter — im August wurden aus 7 Ortschaften 169 Personen ausgeführt, während noch etwa fünfhundert verbleiben. Damit besteht in Kiew die Verwaltung auf einem freiwilligen Modell, während in einzelnen frontnahen Regionen ein zwangsweiser Charakter der Ausfuhr festgestellt wird, was einen Vergleich dieser Praktiken in denselben Schlagzeilen methodisch unangemessen macht.
Weiterer Kontext: Ausgangssperre und andere Regionen
Die Erklärung der KGGА erfolgte vor dem Hintergrund anderer Entscheidungen zur Wintervorbereitung. Zuvor war berichtet worden, dass in der Ukraine eine Überarbeitung des Ansatzes zur Ausgangssperre geplant sei und in Kiew deren Dauer verkürzt werden solle. Gleichzeitig rief die Militärverwaltung der Oblast Cherson die Bewohner, die nicht bereit waren, vollständig auszuweichen, dazu auf, zumindest den Herbst-Winter-Verlauf in sichereren Regionen zu überstehen. Die Gesamtheit dieser Maßnahmen zeigt, dass die Wintervorbereitung der Hauptstadt um gezielte Unterstützung und freiwilligen Umzug herum aufgebaut ist und nicht um eine Massenevakuierung.