Die ukrainische Regierung und die Vereinten Nationen haben die Koordination ihrer Bemühungen zur Vorbereitung auf die Wintersaison verstärkt, mit Fokus auf die Lage in Cherson und der Bereitschaft für eine mögliche Ausweitung des Evakuierungsumfangs. Dies bezeugt das Treffen des Ministers für Sozialpolitik Denys Uljutin mit der Vertreterin des Büros des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) in der Ukraine, Castel Bernadette. Im Mittelpunkt der Diskussion standen praktische Pläne zur Unterstützung der Grenzgemeinden, die Reihenfolge der Evakuierung und die Unterbringung der Vertriebenen, deren Versorgung mit Wohnraum und Sozialleistungen sowie die Synchronisierung staatlicher und humanitärer Ressourcen vor dem Einsetzen der Kälte.

Koordination mit den UN: Winter-Programm

Nach dem Treffen betonten die Seiten, dass die Evakuierung nicht als einmalige Verlagerung, sondern als umfassender Prozess betrachtet werden sollte, der Logistik, Unterbringung, medizinische Begleitung und finanzielle Unterstützung umfasst. Dieser Ansatz soll, so die Absicht der Teilnehmer, die Belastung der aufnehmenden Gemeinden verringern und chaotische Wiederholungsverlagerungen verhindern. Besonderer Akzent liegt darauf, dass die Vorbereitung auf den Winter vorab aufgebaute Mechanismen erfordert und keine Improvisation im Moment der Verschärfung der Lage.

Cherson: Evakuierung als umfassender Prozess

Besonderes Augenmerk wurde auf Cherson und die Vorbereitung auf eine mögliche Ausweitung des Evakuierungsumfangs gelegt. Die Seiten stimmten einen umfassenden Ansatz ab: In einer ersten Phase wird eine Bedarfsanalyse der Menschen, ihrer familiären Bindungen und ihrer Wünsche bezüglich des Wohnraums durchgeführt. Ziel dieser Vorarbeit ist es, die individuellen Umstände möglichst zu berücksichtigen und das Risiko einer erneuten Evakuierung zu minimieren, wenn Vertriebene sich in einer unbekannten Umgebung ohne stabile soziale Stütze befinden.

Medizinische Einrichtungen und Patientenversorgung

Eine besondere Kategorie bilden Menschen aus medizinischen Einrichtungen Chersons, die eine ständige Pflege benötigen. Für sie sollen detaillierte medizinische und soziale Profile erstellt werden, auf deren Grundlage sichere Orte für die weitere Unterbringung und Unterstützung bestimmt werden. Dies ermöglicht es, den Patienten nicht nur zu verlagern, sondern die Kontinuität der Behandlung und der sozialen Begleitung an einem neuen Standort sicherzustellen.

Transit-Hub in der Oblast Mykolajiw

In der Oblast Mykolajiw wird die Einrichtung einer zusätzlichen Transit-Plattform ausgearbeitet, die als Zwischenstation für Evakuierte dienen soll. Dort soll Ersthilfe geleistet werden — finanziell, rechtlich, sozial und psychosozial — sowie die weitere Unterbringung gefördert werden. Dieser Hub soll die unmittelbar grenznahen Gebiete entlasten und den Menschen Zeit geben, Dokumente zu besorgen und einen Wohnort zu wählen, bevor die endgültige Unterbringung erfolgt.

Finanzielle Unterstützung und humanitäres Konto

Im Bereich der Finanzierung schlägt das Ministerium für Sozialpolitik vor, das Konto für humanitäre Reaktion und Resilienz für gezielte Zahlungen an Menschen in den Aufnahmeregionen einzubeziehen. Die zentrale Idee besteht darin, humanitäre Hilfe mit dem bestehenden staatlichen System des sozialen Schutzes zu kombinieren, damit die Zahlungen zielgerichtet sind und keine Doppelzahlungen erfolgen. So wird die Wintervorbereitung als Verknüpfung von Logistik, medizinischer Begleitung und finanzieller Unterstützung aufgebaut, koordiniert gemeinsam mit dem UNHCR.