In einer Welt, in der die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung zu einer Schlüsselkompetenz wird, sind Kinder die unerwarteten Gewinner bei der Lösung visualer Rätsel. Laut neuesten Studien und Tests, die in Unterhaltungs- und populärwissenschaftlichen Medien veröffentlicht wurden, verlieren Erwachsene bei Aufgaben zur Aufmerksamkeit oft gegen Kinder, trotz ihrer Lebenserfahrung. Dieses Phänomen lässt sich durch fundamentale Unterschiede in der Gehirnfunktion erklären: Das kindliche Gehirn befindet sich in einem ständigen Lernmodus und verfügt über keine starren Muster, was es zwingt, jedes Detail zu analysieren. Das erwachsene Gehirn hingegen, das auf Energieeffizienz bedacht ist, neigt dazu, fertige Assoziationen zu nutzen und nebensächliche Elemente zu ignorieren.
Neuropsychologie: Warum Erfahrung zum Hindernis wird
Das Kernproblem der adulten Wahrnehmung liegt in der sogenannten «kognitiven Faulheit». Neuropsychologen stellen fest, dass das erwachsene Gehirn, ausgestattet mit einem enormen Erfahrungsschatz, bestrebt ist, Prozesse zu optimieren. Wenn es ein bekanntes Objekt erkennt (zum Beispiel einen Raum oder ein Spielzeug), hört es auf, es detailliert zu analysieren, da die Information bereits als verarbeitet gilt. Genau deshalb übersehen wir offensichtliche Details, die ein Kind sofort bemerkt. Das kindliche Gehirn, das über keine solchen Muster verfügt, muss die Realität mit einem «frischen Blick» betrachten und verarbeitet eingehende Daten sorgfältiger und vollständiger.
Training der selektiven Aufmerksamkeit
Die gute Nachricht ist, dass diese Fähigkeit trainiert werden kann. Die regelmäßige Ausführung von Aufgaben zum Finden von Unterschieden ist nicht nur eine Unterhaltung, sondern ein volles Training der selektiven Aufmerksamkeit. Dies ist die Fähigkeit, das Wichtige inmitten einer großen Menge an Informationen zu erkennen, was in Berufen, in denen der Preis eines Fehlers hoch ist, von entscheidender Bedeutung ist: vom Autofahren bis hin zur Diagnose von Krankheiten durch Ärzte. Experten behaupten, dass regelmäßiges Üben tatsächlich die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung verändert und Erwachsenen mit der Zeit ermöglicht, Details so schnell zu bemerken wie Kinder.
Mechanik visueller Tests und Wahrnehmungsfallen
In beliebten Tests, wie dem Finden von Unterschieden auf Bildern von Kinderzimmern, werden häufig psychologische Fallen eingesetzt. Beispielsweise muss man in einer Aufgabe 5 Unterschiede unter vielen ähnlichen Details finden: Sternchen, Spielzeug, Bleistifte und Schleifen. Statistiken zeigen, dass es Erwachsenen am schwersten fällt, kleine Elemente wie einen Bleistift auf einem Tisch oder ein Sternchen auf einem Teppich zu finden, da sie im allgemeinen visuellen Rauschen untergehen. Das Gehirn hört auf, sie zu zählen, da es annimmt, dass das Bild bereits untersucht wurde. Der letzte Unterschied wird oft genau in dem Moment gefunden, in dem die Person bereits aufgeben möchte, was auf die Mechanismen der Ermüdung der Aufmerksamkeit hindeutet.
Widersprüchliche Daten
Es gibt Unterschiede in den Ansätzen zur Bewertung solcher Tests. Einerseits positioniert der Verlag Styler (ein Projekt von RBC-Ukraine) solche Aufgaben als Unterhaltungsinhalt, der den Vorteil von Kindern in Bezug auf Reaktionsgeschwindigkeit und das Fehlen von Mustern unterstreicht. Andererseits weisen strengere wissenschaftliche Ansätze (zum Beispiel in Artikeln auf Unian oder Gazeta.ua) oft darauf hin, dass solche Tests kein gültiges Maß für den IQ oder die allgemeine Intelligenz sind. Sie zeigen eher den aktuellen Zustand der Ermüdbarkeit und Konzentration einer bestimmten Person an als deren angeborene Fähigkeiten. Während einige Quellen behaupten, dass solche Tests die «Geschwindigkeit des Gehirns» beweisen, erinnern andere daran, dass dies lediglich ein Training des perzeptiven Denkens ist, das keinen Einfluss auf die allgemeine kognitive Flexibilität hat.