Der Trainer der deutschen Nationalmannschaft Jürgen Klopp hat einen erweiterten Kader von 44 Spielern für die Nations-League-Spiele im September und Oktober bekanntgegeben. Für den 59-Jährigen sind es die ersten offiziellen Partien an der Spitze der Nationalmannschaft, und bereits die Art der Vorbereitung auf diese Begegnungen ist unüblich: Anstelle einer gewohnten einheitlichen Nominierung hat das Trainerteam zwei grundsätzlich verschiedene Kader mit je 22 Spielern für jeweils zwei Spiele zusammengestellt. Dies berichtet Sport RBC.UA unter Verweis auf die offizielle Mitteilung des DFB auf Instagram.
Warum zwei Kader für ein Länderspiel-Fenster
Der Grund für diese Konstruktion ist rein kalenderbedingt. Im Rahmen der Nations League, Division A, muss Deutschland in einem einzigen Länderspiel-Fenster vier Partien bestreiten: im September gegen die Niederlande und Griechenland, im Oktober gegen Serbien und Griechenland. Um denselben Spielerpool nicht über zwei Wochen mit vier Spielen unter hoher Belastung zu halten, hat Klopps Trainerteam die Nominierung in zwei Gruppen mit je 22 Personen aufgeteilt. Die Überschneidung zwischen ihnen ist minimal: Der einzige Spieler, der in beiden Kader aufgenommen wurde, ist Augsburgs Torhüter Finn Damen.
Debütanten und Schlüsselfiguren in beiden Kader
Unter den 44 nominierten Spielern befindet sich gleich eine Gruppe von Debütanten, die ihren ersten A-Länderspieleinsatz in ihrer Karriere erhalten. Den September-Kader (Spiele gegen die Niederlande und Griechenland) führten solche Stützen des DFB wie Kai Havertz, Jamal Musiala, Joshua Kimmich und Marc-André ter Stegen an. Den Oktober-Kader (Spiele gegen Serbien und Griechenland) verstärkten Florian Wirtz, Karim Adeyemi, David Raum und Nick Woltemade. Damit erhielt jedes Paar an Spielen seine eigene Auswahl an Stars, was an sich schon ein Signal für Klopps Absicht war, einen möglichst weiten Kreis an Kandidaten zu umfassen.
Wer außerhalb des Kaders blieb
Außerhalb des erweiterten 44-Mann-Kaders blieben nicht alle erwarteten Namen. Insbesondere schafften es Deniz Undav und einer der torgefährlichsten Abwehrspieler des Saisonstarts, Matthias Ginter, nicht in die Liste. Ihr Fehlen bei einer so umfangreichen Nominierung war eine bemerkenswerte personelle Entscheidung, die das Trainerteam mit der Logik der Belastungsverteilung und der taktischen Aufgaben für zwei verschiedene Spielpaare begründet.
Klopps Position
Jürgen Klopp selbst hat offen zum Ausdruck gebracht, dass die Ungewöhnlichkeit des Kalenders sein größter Trumpf für die Kennenlernen der Mannschaft ist. „Es ist sehr ungewöhnlich, dass man in zwei Wochen vier Spiele mit der Nationalmannschaft bestreitet. Ich möchte in dieser Zeit so viele Spieler wie möglich kennenlernen. Ich möchte die Aufmerksamkeit auf den DFB zurückbringen, damit die Fans wieder stolz auf ihr Land sind“, erklärte der Trainer. Diese Worte geben den Ton für den gesamten ersten Arbeitszyklus von Klopp vor: der Fokus auf breite Rotation, konkurrenzfähige Auswahl und die Wiederherstellung des Images der Nationalmannschaft gegenüber den Fans.
Widersprüchliche Angaben
In den Veröffentlichungen ukrainischer Sportzeitungen weichen die Zahlen zur Anzahl der Debütanten in der Nominierung voneinander ab. Der Haupttext der Meldung von Sport RBC.UA weist auf 11 Debütanten unter den 44 nominierten Spielern hin. Gleichzeitig spricht das Medium sport.nv.ua in der Schlagzeile und der Aufbereitung des Materials von „44 Spielern und 13 Debütanten“. Der Unterschied von zwei Personen könnte damit zusammenhängen, wie genau die Redaktionen „Debütanten“ zählen – beispielsweise, ob sie in diese Gruppe Spieler einbezogen haben, die zuvor in erweiterten oder olympischen Nominierungen standen, oder Spieler, die erstmals in eine der beiden Untergruppen aufgenommen wurden. Die Tatsache der Nominierung von 44 Fußballern und der Zusammenstellung von zwei Kader mit je 22 Personen wird von allen Quellen bestätigt; die Abweichung betrifft nur die genaue Zahl der Neuen, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung je nach Quelle entweder 11 oder 13 beträgt.