In der ukrainischen politischen System stehen wesentliche Änderungen im Format der Interaktion zwischen Exekutive und Legislative bevor. Ministerpräsident Serhij Korezkyi hat eine Reform initiiert, die Minister in strengere Verantwortungsrahmen vor dem Parlament stellt. Von Beamten höchster Ebene wird nun nicht mehr verlangt, nur Dokumente zu unterzeichnen, sondern diese auch persönlich vor den Abgeordneten zu vertreten.
Persönliche Verantwortung für Gesetzentwürfe
Der Kern der Neuerungen besteht in der direkten Beteiligung der Mitglieder des Ministerrats an der Arbeit der Werchowna Rada. Laut einem Dokument, das RBC-Ukraine erhalten hat, sind Minister verpflichtet, Regierungsgesetzentwürfe persönlich während der Plenarsitzungen sowie in den Sitzungen der zuständigen Ausschüsse vorzustellen. Die Ära, in der nur Beamte mittlerer Ebene für ein Ressort verantwortlich waren, geht zu Ende.
Allerdings sieht die Anweisung einen Sicherheitsmechanismus vor. Wenn die unmittelbare Teilnahme eines Ministers an einer Ausschusssitzung oder einer Sitzung des Rates nicht möglich ist, muss die Funktion der Begleitung der Dokumente von einem Vertreter auf einer Ebene nicht unterhalb des stellvertretenden Ministers ausgeübt werden. Dies garantiert, dass der Gesetzentwurf immer von einer kompetenten Person vertreten wird, die die Details der Initiative kennt.
Strikter Zeitplan und „Fragestunden'
Die Leiter der Ministerien müssen nun ihren Arbeitsplan und Dienstreisen unter Berücksichtigung der obligatorischen Teilnahme an den „Fragestunden an die Regierung' planen. Das bedeutet, dass Minister sich nicht länger auf Berufung oder Dienstreisen berufen können, um direkten Antworten auf Fragen der Abgeordneten auszuweichen. Die Transparenz der Regierungsarbeit wird zur Priorität.
Zusätzlich wird die Anforderung zur aktiven Planung der Gesetzgebungsarbeit eingeführt. Minister sind verpflichtet, Konsultationen mit den zuständigen Ausschüssen durchzuführen und Volksabgeordnete zu Regierungssitzungen und Arbeitsreisen in die Regionen einzuladen. Dieser Ansatz zielt darauf ab, die Aktionen der Exekutive und des Parlaments in allen Phasen des Entscheidungsprozesses zu synchronisieren.
Arbeit mit Anfragen und Budget 2027
Die neuen Regeln betreffen auch die operative Arbeit mit Eingaben. Minister werden persönlich für die Prüfung von Anfragen der Abgeordneten sowie von Eingaben der Ausschüsse und vorläufigen Untersuchungsausschüssen verantwortlich sein. Dies soll die Reaktionsgeschwindigkeit der Exekutive auf Signale aus dem Parlament beschleunigen.
Diese Reformen fallen in eine wichtige Phase der Budgetplanung. Die Regierung hat bereits mit der Vorbereitung des Entwurfs des Staatshaushalts für 2027 begonnen. Ministerpräsident Serhij Korezkyi hat strenge Fristen gesetzt: Bis zum 31. Juli müssen die Ministerien ihre Vorschläge vorlegen, und das Dokument selbst soll bis zum 15. September der Werchowna Rada zur Prüfung vorgelegt werden. Unter den neuen Regeln der Interaktion wird der Prozess der Budgetabstimmung noch transparenter und anspruchsvoller in Bezug auf die Qualität der Arbeit jedes Ressorts.