Am Mittwoch, dem 29. Juli, fand in Kiew ein entscheidendes Treffen zur Bestimmung der Zukunft des ukrainischen Bildungssystems statt. Der Vorsitzende der Werchowna Rada, Ruslan Stefantschuk, empfing den neu ernannten Bildungs- und Wissenschaftsminister Andrij Butenko. Das Treffen fand im Format eines Arbeitsdialogs statt, bei dem die Parteien nicht nur die Perspektiven der weiteren Zusammenarbeit, sondern auch die drängenden Probleme diskutierten, mit denen die Branche unter den aktuellen Bedingungen konfrontiert ist.
Bildung als Priorität der Staatspolitik
Ruslan Stefantschuk erklärte offen die Bedeutung der Branche und betonte, dass Bildung das Fundament der Zukunft der ukrainischen Nation ist. Nach Ansicht des Sprechers muss die Entwicklung des Bildungssystems trotz aller Herausforderungen der Kriegszeiten eine der Hauptprioritäten der Staatspolitik bleiben. Das Treffen bot die Möglichkeit, die Maßnahmen der legislativen und exekutiven Gewalt in dieser Frage zu synchronisieren.
Wesentliche Herausforderungen: Von Gehältern bis zur Wissenschaft
Im Verlauf des Gesprächs analysierten die Parteien eine Reihe systemischer Probleme detailliert. Im Mittelpunkt standen Fragen der materiellen Versorgung der Pädagogen und der Unterstützung der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Die Diskussion über Gehälter war einer der zentralen Punkte der Tagesordnung, da die finanzielle Stabilität der Lehrer einen direkten Einfluss auf die Unterrichtsqualität und die Bindung von Fachkräften im System hat.
Auch der Unterstützung der Wissenschaft wurde besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Unter Kriegsbedingungen erfordert das wissenschaftliche Potenzial des Landes besondere Aufmerksamkeit und Ressourcen, um eine „Gehirnflucht' zu verhindern und die akademische Kontinuität zu bewahren.
Reform des NMT: Wintersitzung und neue Regeln
Eines der am meisten diskutierten Themen war das Verfahren des Nationalen Mehrfachfachtests (NMT). Insbesondere diskutierten die Parteien die Möglichkeit einer Wintersitzung der Prüfung. Diese Entscheidung könnte für Bewerber, deren Ausbildung durch militärische Handlungen beeinträchtigt wurde, von kritischer Bedeutung sein, da sie es ihnen ermöglicht, kein Jahr zu verlieren und regulär an Universitäten einzutreten.
Stefantschuk stellte fest, dass die Frage der Verbesserung des NMT-Systems ausführlich geprüft wurde. Zuvor hatten die Leiter des Bildungs- und Wissenschaftsministeriums (MON) und des Ukrainischen Zentrums für Qualitätssicherung in der Bildung (UCOKE) bereits Fragen zum Universitätszugang während des Krieges erörtert und die Parameter festgelegt, die das Testverfahren berücksichtigen muss. Diese Initiativen werden nun auf Ebene des Parlaments weiterentwickelt.
Aussichten für Bewerber im Jahr 2026
Im Kontext der Testreform bleibt die Frage des Zugangs ohne NMT relevant. Zuvor hatte das Ministerium erläutert, wohin man im Jahr 2026 ohne Ablegung des einheitlichen Tests eintreten kann, um kein Studienjahr zu verlieren. Experten und Vertreter des MON verzeichnen auch bestimmte Trends unter den Bewerbern: Die Anzahl der eingereichten Anträge steigt, und die Wahl der Fachrichtungen verschiebt sich hin zu Berufen, die unter Kriegs- und Wiederaufbaubedingungen gefragt sind.
Das Treffen mit dem neuen Minister war ein Signal dafür, dass die Bildungsreform und ihre Anpassung an die Kriegsrealitäten in enger Zusammenarbeit mit der Werchowna Rada fortgesetzt werden.