Die russischen Streitkräfte haben in den letzten Wochen die Intensität ihrer Angriffe auf ukrainische Tankstellen deutlich erhöht. Getroffen wurden Stationen in Kiew und auf internationalen Fernstraßen, was die Regierung zu einer dringenden Reaktion zwang. Premierminister Serhij Korezkyj teilte in seinem Telegram-Kanal mit, dass der Ministerrat ein Paket neuer Sicherheitsmaßnahmen vorbereitet, dessen zentrales Element ein automatisches Warnsystem für Personal und Besucher über die Annäherung feindlicher unbemannter Luftfahrzeuge sein wird. Seinen Worten zufolge haben die Minister die Aufgabe erhalten, die Einführung dieser Softwarelösung „so schnell wie möglich“ voranzutreiben.
Dringende Sitzung: sieben Ministerien und Marktbetreiber
Zum Erarbeiten eines umfassenden Plans zum Schutz der überirdischen Kraftstoffinfrastruktur hat die Regierung eine dringende Sitzung mit den Marktbetreibern und Vertretern der Schlüsselministerien abgehalten: des Ministeriums für Energie, des Ministeriums für Wirtschaft, des Finanzministeriums, des Infrastrukturministeriums, des Sekretariats für nationale Sicherheit und Verteidigung, des Staatlichen Dienstes für Notfälle und des Innenministeriums. Im Verlauf des Treffens diskutierten die Teilnehmer die Verstärkung der Schutzbauten für Elemente der überirdischen Tankstelleninfrastruktur sowie die Einrichtung von Schutzräumen für Personal und Kunden. Die Koordination der Maßnahmen mit den Vertretern der Kraftstoffbranche in der Krise werde, wie der Premier versicherte, auf regelmäßiger Basis erfolgen.
Technologische Neuheit: Software zur Drohnerkennung
Die wichtigste technologische Innovation, die auf der Sitzung besprochen wurde, war eine spezielle Softwarelösung – ein automatisches Warnsystem über die Annäherung feindlicher Drohnen. Nach dem Konzept der Entwickler sollen Algorithmen die Luftbedrohung in Echtzeit verfolgen und Personal sowie auf dem Gelände befindliche Kunden sofort warnen, damit sie sich rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Korezkyj betonte, dass die Minister die klare Aufgabe erhalten haben, den Einführungsprozess dieser Lösung zu beschleunigen, damit sie in kürzester Zeit einsatzbereit ist.
Kraftstoffpreise und Logistik: Reaktion auf den weltweiten Anstieg der Kurse
Neben den Sicherheitsfragen wurde auf der Sitzung auch das Gleichgewicht der Mineralölerzeugnisse und die Preisentwicklung analysiert. Der Premier wies darauf hin, dass die weltweiten Ölpreise infolge der Ereignisse im Nahen Osten und der Störungen in den Lieferketten erneut steigen, was unausweichlich eine Reaktion auf dem ukrainischen Binnenmarkt auslöst. Zur Stabilisierung der Logistik haben die Beteiligten einen klaren Aktionsplan für den Schienenverkehr sowie für die Vereinfachung der Zollverfahren für Tanklastzüge ausgearbeitet – analog zum Mechanismus, der 2022 galt. „Wir reagieren auf die Anfragen der Wirtschaft – die Antwort muss schnell und wirksam sein“, erklärte Korezkyj.
Angriffe vom 11. September auf „Ukrenafta“ und neue Sicherheitsregeln
Der unmittelbare Auslöser für die neuen Maßnahmen war die Serie von Angriffen am 11. September, als russische Besatzer zwei Tankstellen der „Ukrenafta“ in der Hauptstadt angriffen. Auf eine der Tankstellen wurde ein Doppelangriff geflogen, was zu erheblichen Gebäudeschäden und kritischen Beschädigungen der Ausrüstung führte. Auf den Fotos vom Ort des Geschehens sind vollständig zerstörte Zapfsäulen mit der Aufschrift „BENZIN“, Trümmerteile von Konstruktionen und Schutt aus Ziegeln und Metall zu sehen. Nach der jüngsten Serie von Beschuss wandte sich „Ukrenafta“ an ihre Kunden und führte strengere Sicherheitsregeln ein: Während des Luftalarms stellen die Tankstellen ihren Betrieb vollständig ein, und die Besucher werden aufgefordert, das Gelände der Tankstellen sofort zu verlassen und sich in einem Schutzraum in Sicherheit zu bringen.