Die Welle der Drohnenangriffe auf Tankstellen, die in den Frontnähegebieten begann, hat sich im Jahr 2026 auch auf die Hinterlandregionen der Ukraine ausgeweitet. Fahrer sind gezwungen, häufiger zu tanken und den Tank möglichst voll zu halten, doch selbst der Tankvorgang ist mit zusätzlichen Risiken verbunden. Laut dem Energieminister Denis Schmyhal wurden seit Beginn des sogenannten „Tankstellenterrors“ mehr als 300 Tankstellen angegriffen. Gleichzeitig hat der Analyst des Kraftstoffmarktes Serhij Kujun beobachtet, dass etwa 80 % der beschädigten Stationen bereits wiederhergestellt und im Normalbetrieb arbeiten. Das bedeutet, dass in keiner Region der Ukraine ein Mangel an Kraftstoff entstanden ist und kein Preisanstieg infolge der Beschusswellen festgestellt wurde.

Regel Nummer eins: Nicht verweilen und keine Schlangen bilden

Sicherheitsexperten betonen: Selbst wenn eine bestimmte Tankstelle weit von der Front entfernt ist und nicht zu den regelmäßig angegriffenen Netzen gehört, ist es strikt nicht empfohlen, auf ihr Gelände zu fahren, wenn in der Nähe Drohnen fliegen. Die Zielliste der Drohnenbetreiber ist nicht immer exakt, und die Zeit für die Suche nach einem neuen Angriffsziel ist in der Regel begrenzt – daher kann ein Schlag „unlogisch“ aussehen und eine Station treffen, die formal nicht das Ziel war. Auf eine Tankstelle zu fahren, um die Toilette zu benutzen oder sich mit einem Freund zu treffen, ist unter den aktuellen Bedingungen eine schlechte Idee. Kaffee, Hotdogs und andere Snacks sind sicherer, wenn man sie mitbringt und den Thermoskanne zu Hause füllt. Neben der persönlichen Sicherheit hilft dieser Ansatz auch, die Verweildauer auf der Tankstelle für andere Fahrer, die zum Tanken gekommen sind, zu verkürzen und keine unnötigen Schlangen an der Kasse zu bilden.

Tank bis zum Rand füllen und Reserve im Kofferraum halten

Aus Sicherheitsgesichtspunkten ist es besser, den Tank bis zum Rand zu füllen, wenn man auf einer Tankstelle ist, damit der nächste Besuch so weit wie möglich hinausgezögert wird. Benzinern mit GEB (Gas-Erdgas-Anlage) ist es in dieser Hinsicht leichter: Sie haben zwei Tanks, und beide können bis zum Rand gefüllt werden. Was das Anlegen großer Kraftstoffvorräte betrifft, sehen die Experten keinen besonderen Sinn – Probleme mit der Lieferung von Benzin und Diesel sind aus einer Reihe von Gründen nicht zu erwarten. Als Notreserve wird jedoch Fahrern, die viel unterwegs sind und oft weit von zu Hause sind, empfohlen, eine Kanister von etwa 10 Litern im Kofferraum zu halten. Dabei muss das Gefäß den Brandschutzanforderungen entsprechen und dicht sein: Wenn Kraftstoffdämpfe in den Innenraum dringen, wäre ein längeres Verweilen im Auto unmöglich. An den Kanister werden zwei Hauptanforderungen gestellt – die Dichtheit des Verschlusses und die Einhaltung der Normen, nach denen die Tankstelle bereit ist, Kraftstoff einzufüllen.

Nicht direkt daneben parken und das Auto nicht an den Zapfsäulen stehen lassen

Wie die Erfahrung früherer Angriffe zeigt, versuchen die Drohnenbetreiber in den meisten Fällen, den wertvollsten Teil der Tankstelle zu treffen – die Zapfsäulen. Daher sollte das Auto nicht länger in ihrer Nähe stehen, als es für das Einfüllen des Kraftstoffs nötig ist. Das Bezahlen an der Kasse, das Erhalten der Quittung und das Geben von Trinkgeld sollten erfolgen, wenn das Auto weiter von der Zapfsäule entfernt steht. In mindestens einem Fall eines Treffers auf eine Tankstelle in den letzten Tagen war ein Passagier eines Autos unter den Verletzten, das auf der Straße außerhalb der Tankstelle geparkt war. Die Sprengkraft der Munition reicht oft aus, damit Trümmer über mehrere Dutzend Meter verstreut werden, daher ist ein längeres Parken direkt an der Tankstelle, insbesondere bei ausgesetzter Luftalarm, unzulässig.

Wird der Kraftstoff nach den Beschusswellen teurer?

Bei Fahrern, die einen weiteren Alarm überlebt haben, stellt sich natürlich die Frage, ob angesichts der Zerstörung der Stationen ein Mangel und ein Preisanstieg entstehen werden. Serhij Kujun, Direktor der Beratungsgruppe „A-95“, verweist auf Daten der Steuerverwaltung und stellt fest, dass in Kiew derzeit 270 Tankstellen in Betrieb sind und die Verluste durch Beschuss keinen systematischen Charakter haben. Da etwa 80 % der beschädigten Stationen schnell wiederhergestellt werden, erleiden die Autohändler keine Verluste, die die Marktlage beeinflussen könnten. Eine ähnliche Situation beobachtet man auch in der Hauptstadtregion insgesamt: Weder ein Mangel noch ein Preisdruck, der speziell mit den Drohnenangriffen zusammenhängt, wurde auf dem Markt festgestellt.

Widersprüchliche Daten

In den bereitgestellten Quellen wurden keine wesentlichen Abweichungen in den Zahlen und Versionen festgestellt. Einziger Hinweis: Im Text wird erwähnt, dass „mehr als 300 Tankstellen“ seit Beginn des „Tankstellenterrors“ angegriffen wurden, dabei ist das konkrete Startdatum dieses Zeitraums im Material nicht festgehalten. Auch die Expertenschätzung „etwa 80 % der Stationen werden wiederhergestellt“ ist eine Beobachtung des Analysten und kein offizieller statistischer Indikator, was Fragen zur Genauigkeit des Prozentsatzes aufwerfen kann. Dennoch widersprechen sich beide Zahlen nicht und stimmen mit dem allgemeinen Schluss über das Fehlen eines Kraftstoffmangels überein.