Der polnische Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz äußerte scharfe Kritik an ukrainischen Männern im Wehrpflichtalter, die sich im Ausland aufhalten. In einer Sendung des Fernsehsenders TVP Info erklärte er, dass alle jungen ukrainischen Staatsbürger, die dienstfähig sind, verpflichtet sind, in ihre Heimat zurückzukehren, um an der Verteidigung gegen die russische Aggression teilzunehmen.

Kritik am Lebensstil der Flüchtlinge

Der polnische Beamte äußerte seine tiefe Unzufriedenheit über das Verhalten eines Teils der ukrainischen Bevölkerung, die aus den Kampfzonen evakuiert wurde. Nach seinen Worten sei die Situation, in der ukrainische Bürger während eines Krieges sich den Luxus leisten, mit Autos im Wert von Millionen Złoty herumzufahren, inakzeptabel.

„Alle jungen, kriegstauglichen Ukrainer müssen in der Ukraine sein und dort für ihr Vaterland dienen', betonte Kosiniak-Kamysz und bestand darauf, dass die militärische Pflicht dem Komfort im Ausland vorgehen muss.

Warnung vor einer inneren Bedrohung

Neben den Forderungen an die ukrainischen Bürger kritisierte der Verteidigungsminister auch die eigene politische Opposition. Er wies auf gefährliche antiukrainische Stimmungen hin, die seiner Meinung nach von rechtsextremen Politikern und der Partei „Recht und Gerechtigkeit' (PiS) geschürt werden.

Der Minister erinnerte an die Verdienste des polnischen Volkes und stellte fest, dass Polen den Friedensnobelpreis für seine Gastfreundschaft verdient habe. Während des Konflikts habe das Land drei Millionen Flüchtlinge aufgenommen und ihnen die Türen ihrer Häuser geöffnet, ohne Lager zu errichten. Kosiniak-Kamysz warnte jedoch davor, dass dieser Humanismus heute auf einen „explodierenden Fanatismus' stößt, der zu einer ernsthaften Bedrohung geworden ist.

Änderungen im Flüchtlingsstatus und Unterstützung bei der Rückkehr

Aufgrund dieser Aussagen wird die Frage des rechtlichen Status der Ukrainer in der EU erneut relevant. Im Juli plant die Europäische Kommission, weitreichende Änderungen an der Richtlinie über den vorübergehenden Schutz vorzustellen – die bedeutendsten seit Beginn der vollen Invasion im Jahr 2022.

Nach Medienberichten könnte das Recht auf vorübergehenden Schutz an das Vorliegen eines speziellen Attests über die Ungeeignetheit für den Dienst oder die Befreiung von der Mobilisierung geknüpft werden, das von den zuständigen Behörden der Ukraine ausgestellt wird.

Für diejenigen, die bereit sind, in ihre Heimat zurückzukehren, ist bereits eine spezielle Plattform namens „Dodomu' in Betrieb. Der Service hilft dabei, einen schrittweisen Repatriierungsplan zu erstellen, einschließlich der Wohnungssuche, der Jobsuche, der Dokumentenbeschaffung und der Einschulung von Kindern.