Die russische Energiewirtschaft steht vor einem beispiellosen Krisenszenario. Die größten Unternehmen des Landes, darunter „Rosneft“, „Gazprom Neft“ und „LUKOIL“, sahen sich gezwungen, indische Partner um die Lieferung von Benzin zu bitten. Auslöser für diese dringende Suche nach Kraftstoff im Ausland waren großangelegte Angriffe ukrainischer Drohnen auf russische Ölraffinerien (NPD).
Versuche, Kraftstoff in Indien zu kaufen
Laut einem Bericht des Instituts für Kriegsstudien (ISW), auf den sich RBC-Ukraine beruft, haben die russischen Giganten Kontakt zu privaten sowie staatlichen Ölraffinerien in Indien aufgenommen. Ziel dieser Anfragen war die Beschaffung zusätzlicher Benzinmengen. Experten weisen jedoch darauf hin, dass die indischen Partner keine überschüssigen Kapazitäten für den Export haben, was den Erfolg dieser Verhandlungen in Frage stellt.
Die Lage ist so kritisch, dass Russland auch die Möglichkeit erwägt, Quellen für Dieselkraftstoff im Ausland zu suchen. Analysten warnen: Wenn die ukrainischen Angriffe weiterhin neue Kapazitäten außer Gefecht setzen, wird die Abhängigkeit von Importen zunehmen.
Rekordstarker Rückgang der Kapazitäten
Die Folgen der Drohnenkampagne der Ukraine haben historische Ausmaße angenommen. Nach Schätzungen von Fachleuten könnten die Angriffe zwischen 20 % und 40 % der gesamten russischen Ölraffineriekapazitäten lahmgelegt haben. Dies führte zu einem drastischen Rückgang der Erdölverarbeitung: Der durchschnittliche Tageswert fiel auf 3,91 Millionen Barrel.
Dieses Volumen ist das niedrigste seit März 2005. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres sank die Verarbeitung um mehr als 1,4 Millionen Barrel.
Wirtschaftliche Folgen und Reaktion der Behörden
Die Knappheit an Kraftstoff hat die russischen Behörden bereits gezwungen, strenge Exportbeschränkungen für Diesel, Benzin und Flugzeugturbinenkerosin einzuführen. Innerhalb des Landes hat sich die Krise auf die Verbraucher ausgewirkt: Der Mangel an Kraftstoff führte zu einem neuen Anstieg der Einzelhandelspreise.
Der russische Präsident Wladimir Putin hat das Vorhandensein „bestimmter Probleme mit Mineralölerzeugnissen“ anerkannt, die durch Drohnenangriffe verursacht wurden. Gleichzeitig versicherte er, dass sich die Situation angeblich allmählich stabilisiert, doch Experten prognostizieren eine Vertiefung des Mangels, falls die Angriffe fortgesetzt werden.