Im Kreml reift ein gefährliches Szenario, das durch die Unmöglichkeit eines Sieges im Krieg gegen die Ukraine diktiert wird. Laut dem litauischen Verteidigungsminister Robertas Kauņas sucht Moskau, da es mit der aktuellen Situation nicht fertig wird, alternative Wege, um Stärke zu demonstrieren. Die wahrscheinlichsten Ziele einer neuen Eskalation sind, so der litauische Politiker, die baltischen Staaten und Polen.

Innere Krise und die Suche nach einem „neuen Sieg“

Die Lage für die russische Führung ist kritisch. Der Krieg gegen die Ukraine, der ein Triumph werden sollte, hat sich in ein Scheitern verwandelt. Die russische Armee erleidet nicht nur Niederlagen an der Front, sondern erwies sich auch als machtlos gegenüber den täglichen Angriffen der ukrainischen Streitkräfte auf eigenem Territorium. Doch wie Kauņas betont, war der Kraftstoffkrise innerhalb Russlands das besorgniserregendste Signal für den Kreml.

Die Kraftstoffknappheit zwang die Russen zum „Aufwachen“ und ließ sie die offiziellen Narrative der Macht in Frage stellen. Unter diesen Bedingungen benötigt Putin eine neue Eskalation und irgendeinen „Sieg“, um die Aufmerksamkeit abzulenken und die Gesellschaft zu konsolidieren. Genau deshalb geraten nach Ansicht von Experten die nächsten Nachbarn ins Visier – die baltische Region und Polen.

Prüfung der Einheit der NATO

Warnungen vor den Plänen Moskaus sind nicht zum ersten Mal zu hören. Zuvor hatte der litauische Präsident Gitanas Nausėda erklärt, dass der Nachrichtendienst Vorbereitungen für Provokationen in Polen und den baltischen Staaten feststellt. Das Hauptziel solcher Aktionen ist die Überprüfung der Einheit des Nordatlantikbündnisses.

Laut Daten, auf die sich Nausėda beruft, könnte Russland die kritische Infrastruktur der Region angreifen. Die Bedrohung ist komplex: Angriffe könnten sowohl mit konventionellen militärischen Mitteln als auch durch hybride Taktiken durchgeführt werden.

Rückgang der Beliebtheit und Spannungen in der Region

Die politische Lage in Russland bleibt instabil: Die Beliebtheit von Wladimir Putin sinkt weiterhin rapide. Vor diesem Hintergrund hat der Kreml die Truppen angewiesen, die NATO-Manöver genau zu beobachten, und Vorfälle wie der Abschuss einer russischen Rakete, die den NATO-Gipfel in Ankara fast gescheitert hätte, bestätigen lediglich das hohe Spannungsniveau.