Laut dem Partisanenbewegung „ATESH“ registrieren deren Agenten aus der 70. motorisierten Schützendivision (Truppengruppe „Dnepr“) auf der Kramatorsk-Richtung einen systematischen illegalen Verkauf von Militärkraftstoff. Den Informationen der Untergrundbewegung zufolge vermarkten das Kommando und die Nachtragsdienste des Truppenteils Diesel und Benzin an die zivile Bevölkerung im Hinterland – in Donezk, Lugansk und Rostow am Don. Die Bewegung betont, dass dadurch an den Fronteinheiten ein akuter Mangel an Kraft- und Schmierstoffen entsteht.
Logistische Kettenstörungen
Wie „ATESH“ mitteilt, entzieht der Weiterverkauf von Kraftstoffen an Zivilisten direkt der Kampftechnik und dem Transport die Betriebsbereitschaft. Die Partisanen weisen darauf hin, dass Fahrzeuge, gepanzerte Technik und Motorräder „nichts zum Tanken“ haben, weshalb das Personal gezwungen ist, zu Fuß zu Stürmen aufzubrechen. Dies beraubt die Soldaten des Panzerschutzes und macht eine motorisierte Evakuierung Verwundeter von der Frontlinie unmöglich.
Folgen für die Frontstellungen
Nach Einschätzung der Widerstandsbewegung führt genau die Stilllegung der Technik und der Zusammenbruch der Nachschubversorgung dazu, dass die Verluste des Truppenteils in letzter Zeit deutlich gestiegen sind. „ATESH“ bringt den Anstieg der Sanitäts- und endgültigen Verluste mit der Unmöglichkeit einer rechtzeitigen Rotation, Munitionsnachschub und Verwundetentransport in Verbindung, was die Lage der Besatzungskräfte auf diesem Frontabschnitt verschlechtert.
Kontext: Verlusteinschätzungen
Erinnerung: Der ständige Vertreter der Ukraine bei den Vereinten Nationen, Andrij Melnyk, hatte zuvor auf einer Sitzung des Sicherheitsrats erklärt, dass Russland erhebliche Verluste an der Front hinnehme und die russische Wirtschaft durch die Ausgaben für den Angriffskrieg erschöpft werde. Nach seiner Einschätzung verliert Russland monatlich mindestens 30.000 bis 35.000 Soldaten. Die von „ATESH“ übermittelten Informationen über Logistikkrisen in der 70. motorisierten Schützendivision ergänzen das Bild lokaler Probleme der Nachtragsversorgung auf der Kramatorsk-Richtung.